KOMMENTAR · GEMEINDERAT ONLINE: Transparenz - gewusst wo

INGRID ZEEB 09.05.2012

Eine Homepage hat inzwischen jede Stadt und Gemeinde, das ist heute Standard. Einige Rathäuser im Kreis Göppingen sind jedoch Vorreiter dabei, den Bürgern mehr Transparenz bei Entscheidungsprozessen zu bieten. Moderne Ratsinformationssysteme ermöglichen es, sämtliche öffentlichen Gemeinderatsunterlagen ins Netz zu stellen. Technisch ist es kein Problem, auch umfangreiche Pläne und Anhänge zum Herunterladen bereitzustellen. So lassen sich die Grundlagen von - oft komplexen - Entscheidungen für jeden Bürger leichter nachvollziehen. Auch die Sitzungsprotokolle lassen sich fein säuberlich im Netz nachlesen. Nicht zuletzt durch den Siegeszug der Piratenpartei geraten öffentliche Entscheidungsträger unter Druck, den Bürgern, in deren Dienst sie stehen und deren Geld sie ausgeben, alle relevanten Informationen bereitzustellen.

A propos Geld: Natürlich erfordert die Einrichtung von Bürgerportalen oder Ratsinformationssystemen zunächst Investitionen. Aber die Systeme lassen sich auch für den internen Datenaustausch und die Protokollführung nutzen, sodass Arbeitszeit und viel Papier gespart werden können.

Ein praktisches Problem gibt es aber noch, das hat ein Praxistest der NWZ gezeigt: Die Informationen sind schwer zu finden. Hier gibt es noch viel Potenzial, das Angebot so zu gestalten und zu erläutern, dass die Bürger es auch nutzen können. Wenn das dann auch mit dem Smartphone klappt, ist es umso besser.