KOMMENTAR · GASTRONOMIE: Endlich ein Neuanfang

ARND WOLETZ 01.03.2012

Seit Jahren sorgt das Restaurant der Stadthalle für einen fahlen Geschmack bei Kommunalpolitikern und Bürgern gleichermaßen. Für die Öffentlichkeit steht es fast nicht mehr zur Verfügung - außer bei Veranstaltungen und Privatfeiern. So ist es zum Sinnbild für die gescheiterten Hotelpläne der Stadt geworden, verbunden mit dem lokalpolitischen Flop, die Stadthalle zum Kongresszentrum umzubauen.

Der Dornröschenschlaf ärgert aber auch den einfachen Steuerzahler. Schließlich hat die Stadt vor gerade einmal acht Jahren etwa 700 000 Euro in den Umbau des Restaurants gesteckt. Die Terrasse gehört zu den schönsten Freiluft-Flächen in der Stadt. Es wird höchste Zeit, dass beides regelmäßig mit Leben gefüllt wird.

Jetzt ist endlich die Zeit für einen Neuanfang. Die Stadtpolitiker sollten sich den Appetit nicht davon verderben lassen, dass dafür kräftig in die Küchensanierung investiert werden muss.

Beim Bergcafé auf dem Hohenstaufen ist die Ausgangslage günstiger, die Chance aber ähnlich groß, einen unbefriedigenden Zustand endgültig zu verbessern.

Der Erfolg wird in beiden Fällen davon abhängen, ob der richtige Pächter gefunden wird. Der Gemeinderat sollte das Bestmögliche für die Stadt herausholen und auf Substanz und Qualität setzen. Sonst laufen die Göppinger Stadträte Gefahr, dass den Bürgern der Anblick der gastronomischen Aushängeschilder schon bald wieder auf den Magen schlägt.