KOMMENTAR · FRISCH-AUF-HAUPTSPONSOR: Aus zum falschen Zeitpunkt

HARALD BETZ 27.02.2012

Um es klar und deutlich festzuhalten: Dass der wirtschaftlich in unruhigem Fahrwasser wankende Energie-Riese ENBW sein Sponsoring überprüft und diese Gelder letztlich auch kürzt oder ganz einbehält, ist völlig korrekt. Konzern-intern gibt es in diesen Tagen sicher viele Felder, wo die künftig nicht mehr ausgeschütteten Finanzmittel gut eingesetzt werden können.

Allein die Geschäftspolitik des Karlsruher Mammut-Unternehmens macht nicht nur Geschäftsführer Gerd Hofele von den Göppinger Bundesliga-Handballern zu schaffen. Wenn der Frisch-Auf-Manager, im übrigen ein Aushängeschild für Glaubwürdigkeit, bis zuletzt mit Signalen für eine Vertragsverlängerung bedient wurde und jetzt das Gegenteil, die Kündigung des Vertrages zum Saisonende, erfuhr, so ist das nach einer zwölfjährigen Kooperation ganz schlechter Stil.

Ende Februar noch einen potenten Hauptsponsor für die am 1. Juli beginnende Saison zu angeln, ist so schwer wie aktuell Bundesliga-Tabellenführer THW Kiel die erste Saionniederlage beizufügen. Bitter aufstoßen dürfte den Frisch-Auf-Handballfunktionären auch, dass sie offensichtlich dafür büßen müssen, dass sich die Stadt Göppingen beim Stromkonzessionsvertrag gegen die ENBW entschieden und den Vertrag zum Jahresende gekündigt hat.

Frisch Auf braucht jetzt nicht nur auf dem Feld eine Energieleistung, um neben weiteren Punkten auch die nötigen Gelder fürs Budget einzufahren.