KOMMENTAR · EINKAUFSZENTRUM: Der gordische Knoten

SWP 13.01.2012

Wars das für Sonae Sierra in Göppingen? Die Risse innerhalb der zerstrittenen Investorengruppe, die in der Bleichstraße gemeinsam ein Einkaufszentrum bauen wollte, sind wohl nicht mehr zu kitten. Ein Wunder müsste her, um die einstigen Partner, die zu Kontrahenten wurden, noch einmal zusammenzuschweißen.

Doch es geht bereits um andere Fragen: Können die angesehene Kaufmannsfamilie Schenavsky, der das Frey-Center gehört, und die Projektentwickler der Acrest Property Group das ehrgeizige 100-Millionen-Euro-Projekt auch ohne einen Global Player wie Sonae Sierra stemmen? Können sich die verbliebenen Partner die erforderlichen Grundstücke sichern? Oder wird die geplante Mall kleiner ausfallen? Oder kommt sie am Ende gar nicht? Oder steigt in Kürze ein neuer Investor ins Boot?

Die Stadtverwaltung muss einem fast schon leid tun angesichts des Schlamassels, den die Investoren und niemand sonst zu verantworten haben. Nach dem Gespräch, dass OB Till am 20. Januar mit den übrig gebliebenen Partnern führen will, wird man klarer sehen, in welche Richtung die Reise geht und ob sich der gordische Knoten durchschlagen lässt.

Die Fraktionen im Gemeinderat sind gut beraten, sich bis dahin nicht vor lauter Nervosität gegenseitig zu zerfleischen. Sie hatten beim Thema Einkaufszentrum zuletzt recht gut zusammengearbeitet. Das war dem Vorhaben angemessen. Warum nicht weiter so? HELGE THIELE