KOMMENTAR · CITY-BUS: Wenn nicht jetzt, wann dann?

HELGE THIELE 25.04.2012

Hinterher ist man immer klüger. Das gilt auch für Oberbürgermeister Guido Till. Hätte der Rathauschef die Vorberatung über die Einführung des City-Busses persönlich geleitet, hätte sich die Verunsicherung der Stadträte in erträglichen Grenzen gehalten. Stattdessen endete die Sitzung des Umweltausschusses in wildem Flügelschlagen. Das überaus vernünftige Projekt City-Bus schien plötzlich in Gefahr.

Till hat gestern die Scherben beseitigt und alle Argumente öffentlich erläutert, die für einen City-Bus sprechen. Es sind eine ganze Menge. Die bessere Anbindung der Stadtteile Bergfeld und Galgenberg gehören genauso dazu wie die Tatsache, dass die kleinen und leisen Busse auch mehr Umweltschutz bedeuten.

Unterschätzt hatte die Stadtverwaltung offenbar die Sorgen der Anwohner im Bergfeld. Die Bedenken beziehen sich allerdings weniger auf den City-Bus, sondern haben mit dem leidigen Durchgangsverkehr zu tun. Gut, dass die Stadt auf diese Sorgen reagiert.

Richtig ist auch, dass die Bürger angehört werden, bevor der Gemeinderat den Grundsatzbeschluss fällt. Da hätte die Verwaltung auch von selbst drauf kommen können. Der Zeitplan ist eng, aber nicht zu eng. Denn die eigentliche Arbeit der Planer kann erst nach dem Grundsatzbeschluss beginnen. Die Linienführung ist genau abzustimmen. Die OVG muss die Fahrzeuge kaufen, der Landkreis das Konzept prüfen und genehmigen. Höchste Zeit also für den Startschuss!