KOMMENTAR · BERUFLICHE GYMNASIEN: Auf Flickenteppich lernt sichs gut

ARND WOLETZ 16.03.2012

Wer hat noch den Überblick über alle Bildungswege und Inhalte? Wohl kaum jemand. Beispiel: Es gibt Berufsvorbereitungsjahre, Berufsfachschulen und Berufskollegs verschiedener Ausprägungen.

Mit der Werkrealschule begann vor zwei Jahren ein weiterer Schritt. Nun kommen Gemeinschaftsschulen und vielleicht sogar das schon totgeglaubte G9 dazu. Das Schulsystem ist im Umbruch und wird immer mehr ausdifferenziert. Das löst viele Fragen aus - und im Falle der Gemeinschaftsschule fast zwangsläufig den Aufschrei der Opposition.

Man muss wohl bald den Bildungsmanager erfinden, der Kinder und Eltern bei der Schulwahl berät. Ein Vorteil dieses Flickenteppichs ist aber nicht von der Hand zu weisen: passgenaue Angebote für jede Begabung.

Diese Strategie wird jetzt im Landkreis fortgeführt. Der seit langem gewünschte Ausbau der beruflichen Gymnasien wird beantragt. Es war noch nie so richtig einzusehen, warum Jugendliche das Wirtschaftsgymnasium schon ab Klasse 8 besuchen können, jedoch das Technische Gymnasium, das Ernährungs-und Sozialwissenschaftliche Gymnasium erst ab Klasse 11 beginnen. Außerdem können die vier an der Öde in Göppingen vertretenen Richtungen, die in 13 Schuljahren zur Hochschulreife führen, für manchen eine Alternative zum viel kritisierten "Turbo-Abi" an allgemeinbildenden Gymnasien sein. Das Ministerium muss nur noch ja sagen.