Heiningen KOMMENTAR · BAUMFÄLLEN: Möglichkeiten ausloten

JÜRGEN SCHÄFER 20.02.2014

Man darf es beklagen, dass jeder öffentliche Baum in Deutschland zum Sicherheitsrisiko erklärt werden kann und dann auch gnadenlos gefällt wird. In der Menschheitsgeschichte war der Unfalltod durch umstürzende Bäume oder herabfallende Äste kein Thema.

Aber weil das Sicherheitsdenken heute so ausgeprägt ist, hilft kein Klagen: Die sieben "gefährlichen" Kastanien in der Kastanienallee von Heiningen müssen umgemacht oder anderweitig entschärft werden. Weil sonst der Heininger Bürgermeister Norbert Aufrecht haftbar ist, wenn etwas geschieht - und das kann auch der leidenschaftlichste Baumfreund nicht ausschließen.

Gut, dass der Schultes den Protest nicht einfach übergeht, was sein gutes Recht wäre, sondern noch einmal aufklären will. Die für heute anberaumte Information durch den Baumgutachter wird die Fronten zwar nicht befrieden, aber noch einmal Transparenz bringen. Soviel Wirbel wäre freilich vermeidbar gewesen, wenn die Gegner rechtzeitig die Möglichkeit zum Gespräch genutzt hätten.

Immerhin haben sie erreicht, dass die Kettensäge erst mal gestoppt ist und eine Verschnaufpause zum Nachdenken bleibt. Vielleicht kann man die "gefährlichen" Bäume so zurückschneiden, dass sie einigermaßen verträglich aussehen. Kühn ist der Gedanke, den Gehweg herauszureißen, um die Bäume zu retten - aber die Haftung wäre damit nicht aufgehoben.