KOMMENTAR · BAUKOSTEN: Wenn die Alarmglocke schweigt

HELGE THIELE 03.04.2012

Mit dem Problem massiver Kostensteigerungen kennen sich die Göppinger Bürgervertreter spätestens seit dem Ausbau der Hohenstaufenhalle bestens aus. Umso lauter stöhnten die Stadtpolitiker jetzt auf, als ihnen die Verwaltung die neuesten Zahlen zum Umbau der Schutzhütte auf dem Hohenstaufen präsentierte. Jawohl, auch auf dem kaiserlichen Hausberg klettern die Kosten schneller, als der Gemeinderat über sie beraten kann. Verständlich und entsprechend groß war die Unruhe in der jüngsten öffentlicher Sitzung.

Oberbürgermeister Guido Till trug mit dem Hinweis, er kenne so gut wie kein Bauprojekt, das mit einer Punktlandung abgeschlossen habe, nicht gerade zur Beruhigung bei. Zum Glück ist es aber gar nicht so, dass jedes Projekt, das von der Göppinger Bauverwaltung betreut wird, automatisch teurer wird. Die Erweiterung des Mörike-Gymnasiums kostete sogar satte 323 000 Euro weniger als im Rathaus veranschlagt.

Und doch beschleicht einen mehr als nur eine Ahnung, dass in der Göppinger Verwaltung manches schief läuft. Für die Zukunft wünscht man sich deshalb mehr Gespür für einigermaßen realistische Kalkulationen. Es ist Fachleuten nicht möglich, alles vorherzusehen, was einen Bau verteuern kann. Doch wenn man direkt über historischem Burggemäuer gräbt und das Landesdenkmalamt am Tisch sitzt - dann schrillen selbst bei technischen Laien sofort die Alarmglocken. Und man rechnet vorsichtiger.