Göppingen Kommandantensuche geht in zweite Runde

ARND WOLETZ 18.02.2014
Die Suche nach einem Kommandanten für die Göppinger Feuerwehr gestaltet sich schwierig. Eine neue Ausschreibungsrunde soll die Misere beenden.

Die Ausschreibung für den Posten des Göppinger Feuerwehrkommandanten war ein Schlag ins Wasser. Bis zum 22. Januar lief die Bewerbungsfrist, aber die Kandidaten fielen im zuständigen Auswahlgremium samt uns sonders durch. "Es war niemand dabei, den wir mit den Aufgaben hätten betrauen können", sagte Olaf Hinrichsen, Pressesprecher der Göppinger Stadtverwaltung. Deshalb soll es jetzt eine neue Ausschreibung geben, in der Hoffnung, dass sich ein geeigneter Kandidat findet. Die Stelle ist seit Wochen nicht besetzt, weil der bisherige Kommandant Armin Becker in seine Heimatstadt Kamen zurück ging und einen Posten am Institut der Feuerwehr des Landes Nordrhein-Westfalen annahm. Wann der Posten wieder besetzt werden könnte vermochte Hinrichsen gestern nicht zu sagen.

Der Kommandant der Göppinger Feuerwehr ist Chef von elf hauptamtlichen und 260 freiwilligen Feuerwehrleuten. Außerdem gehört die integrierte Leitstelle zu den Zuständigkeiten. "Das ist eine sehr komplexe Stelle, die auch ein breites Spektrum an Aufgaben umfasst" sagte Hinrichsen. Und Felix Gerber, Sprecher der CDU-Fraktion im Göppinger Gemeinderat, betonte, der Kommandant brauche "mehr als nur fachliche Kompetenzen". Bei der Göppinger Feuerwehr herrsche die besondere Situation, dass es gelte, die hauptamtlichen und ehrenamtlichen Kräfte unter einen Hut zu bekommen.

Christoph Weber (Grüne) kritisierte, dass die Stadt keine Personalentwicklungskonzept verfolge, um eventuell jemand aus den eigenen Reihen an die Aufgabe heran zu führen. Statt dessen herrsche in der Feuerwehr eine "Vertrauenskrise" zwischen den hauptamtlichen Angestellten und der Verwaltung. Indiz dafür sei beispielsweise, dass der Feuerwehrbedarfsplan von einem externen Dienstleister, dem Büro Lueff und Rinke, erstellt werde.

Armin Becker hatte den Posten des Göppinger Kommandanten nur knapp zwei Jahre inne. Die Hoffnung auf Kontinuität erfüllte sich damit nicht. In den vergangenen zehn Jahren waren die Vorgänge an der Spitze der Feuerwehr geprägt von längeren Krankheitsfällen, eskalierende Streitigkeiten und Interimslösungen. Mit Kosmas Scholz, Guntram Vollmer und Armin Becker gab es drei Kommandanten.