Turnen Körperkunst im Gala-Format

Göppingen / HARALD BETZ 09.01.2016
Die Turn-Gala lud am Freitag in der Göppinger EWS-Arena fast 5000 Zuschauer zum Träumen ein - die Künstler zeigten große Körperbeherrschung.

Eine ausverkaufte Arena am Abend, nachmittags bereits gut besetzte Ränge - knapp 5000 Gäste fanden am Freitag großen Gefallen an der Turn-Gala unter dem Motto "Dreams". Traumhafte Körperkunst beherrschte die fast dreistündige Show, die die Rhönrad-Gruppe des Turngaus Staufen und die taktsicheren Irish Dancers des TSV Ottenbach eröffneten. Dann stürmten die 40 Kinder des TV Bünzwangen die Bühne und vermittelten mit ihren Schirmen und Übungsformen die Begeisterung an der Bewegung, die später auch die Zuschauer zum Aufstehen und Mitmachen animierte. Moderator Michael Branik hatte währenddessen gleich zu Beginn einfließen lassen, dass Göppingen das Herz der Turn-Gala sei - dementsprechend applaus-freudig begleitete das Publikum die Sportler und Artisten durch das attraktive Programm.

Mit Janina Hiller gehörte eine weitere Lokalmatadorin zum Sportakrobatik-Trio, das eingangs eine vollendete Kombination von Kraft und Grazie bot, während Sandmalerin Iryna Chaplin immer wieder mit ihren Bildern in eine ferne Welt entführte und Luftballonkünstler Tobi van Deisner mit seinen Auftritten die Lacher auf seiner Seite hatte - vor allem mit der witzigen Nummer, in der ihn sein großer Ballon förmlich verschluckte.

Mit einem Paket aus Tanzen, Turnen und Aerobic mit dem Performance-Team des Schwäbischen Turnerbundes, drei Turnerinnen am Schwebebalken und dem mit internationalen Medaillen gekürten Trio "Endless Power" nahm die Gala an Fahrt auf, drei ebenfalls vielfach ausgezeichnete Sportgymnastinnen beendeten ihre Darbietung mit spektakulären Reifen-Würfen. Gefühlvoll und bezaubernd zeigte sich anschließen Clara Raffenberg mit ihrem Cyr-Rad, die das Rampenlicht für "B-Town Power" freigab. Die jungen Breakdancer sprühten vor Energie und legten kühne Moves aufs Arena-Parkett - ein weiterer Beweis für außergewöhnliches Körpergefühl in all seinen Facetten. Dies gilt auch für die Weltcup-erprobten Trampolinspringer Oliver Amann und Sandro Beißwenger, die ihren Auftritt voller Salti und Schrauben in eine Märchenland-Geschichte verpackten und mit der humorvollen Darstellung die Gala-Gäste bestens unterhielten.

Das turnerische Element pflegten nun am Stufenbarren drei Katzenfrauen, die mit Flugelementen am Gerät und tollen Abgängen ihr Können unter Beweis stellten. Die junge Kunst des Pole Dance beherrscht Helena Lehmann. Ihr "Vertical Dance" vereinte Kraft und Eleganz zu gleichen Teilen. Dass sich Ballett und Breakdance bei allem Kontrast nicht ausschließen, zeigte die Symbiose beider Stile in einer Nummer. Ganz allein mit dem Publikum demonstrierte Artur Bezkorinnyy seine in der Kiewer Zirkusschule erlernte technisch hochklassige Handstand-Balance. Schon mit Blick auf das große Finale nahm die Turn-Gala schließlich noch einmal Fahrt auf. Sechs Freestyle-Biker gaben auf ihrer mächtigen Rampe Vollgas und kratzten mit atemberaubenden Air-Kunststücken fast am Hallendach - drei Stunden Turn-Gala waren wie im Flug vergangen.

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