KÖPFE - KLATSCH - KURIOSES

HEL 26.04.2012

Blick auf die Présidentielle

"La présidentielle" wird die Präsidentenwahl in Frankreich genannt. Die Spannung ist groß, denn erstmals in der Geschichte der Republik liegt nach dem ersten Wahlgang nicht der Amtsinhaber, sondern sein Herausforderer vorne. Die Wahl im Nachbarland stößt auch im Landkreis Göppingen auf großes Interesse. Immerhin gibt es sechs Städte und Gemeinden im Filstal, die eine französische Partnerstadt haben: Göppingen (Pessac), Eislingen (Oyonnax), Donzdorf (Riorges), Salach (Fougerolles), Wangen (Région de Routot) und Ebersbach (Bourg-lès-Valence).

Der Blick auf die Ergebnisse in den Partnerkommunen zeigt zum Teil deutliche Abweichungen vom Landesergebnis. Besonders auffällig ist das Resultat in Fougerolles (Ostfrankreich): Hier liegt die Rechtspopulistin Marine Le Pen mit 26,5 Prozent vorn. Der amtierende Präsident, der konservative Nicolas Sarkozy, erreicht mit 25,1 Prozent Platz zwei, gefolgt von seinem Herausforderer Francois Hollande von den Sozialisten, der 23,5 Prozent der Stimmen erzielt. In der bei Bordeaux gelegenen Göppinger Partnerstadt Pessac liegt Hollande mit 37,4 Prozent klar auf Platz eins, während sich Sarkozy mit 21,7 Prozent und dem zweiten Platz begnügen muss. Die Rechtspolitikerin Le Pen erreicht in Pessac 10,7 Prozent (Platz fünf) und bleibt hinter dem landesweiten Ergebnis (17,9 Prozent) zurück.

In Eislingens Partnerstadt Oyonnax lag Hollande (29 Prozent) vor Sarkozy (28,2) und Marine Le Pen (18,6). Ähnlich das Bild in Riorges, wo Hollande (28,1) vor Sarkozy (26,3) und Le Pen (19) rangierte. In Bourg-lès-Valence übersprang der Sozialist Hollande die 30-Prozent-Marke (30,6), Sarkozy kam auf 26,7 und Marine le Pen auf 18,2 Prozent. In Routot (Normandie) das umgekehrte Bild: Sarkozy (28,5) rangierte vor Hollande (20). Dazwischen schob sich mit 25,7 Prozent die Rechtspopulistin Le Pen.

Eva Joly, die Kandidatin der Grünen, lag in allen Partnerstädten abgeschlagen bei zwei Prozent. Das entsprach dem Landestrend.