Max Mutzke brachte Cassandra Steen, Stefan Gwildis und Thomas Quasthoff zu den Freilichtspielen: Nun stellt er dort am 30. Juni mit der Gruppe Mono Punk sein neues Album „Colors“ vor: groovige Titel mit viel Soul nach Hip-Hop-Klassikern von Grandmaster Flash, De La Soul, Warren G. oder Mary J. Blige, gespielt auf analogen Instrumenten und gemischt von Grammy-Gewinner Russell Elevado.

Nach den vielen Stargästen der Vorjahre: Ist diesmal die Band der Star?

Max Mutzke: Richtig! Mono Punk ist eine wahnsinnig tolle Band, so bunt gemischt wie unser Programm, mit Musikern aus Holland, Indonesien, aus den Staaten, Leuten, die ihre Heimat aufgegeben haben, um ihre Träume zu verwirklichen. Wir haben jetzt die zweite Tour zusammen gemacht, und ich kann nur sagen: Ja, die Band ist der Star.

Von Pop und Soul über Swing und Jazz zum Hip-Hop: Sie sind musikalisch inzwischen ganz schön rumgekommen. Oder ist es weiter Soul?

Das in Adelberg wird schon ein R&B- und Soul-Abend. Wir spielen ja auch keinen Hip-Hop nach, sondern machen es quasi umgekehrt wie die großen Musiker der 80er, die vom Soul beeinflusst waren. Wir nehmen Hits von Grandmaster Flash oder De La Soul und spielen die Sachen auf unsere Art.

Also quasi Hip-Hop-Klassiker mit viel Seele. Wie kamen Sie auf die Idee?

Ich hab irgendwann „Let’s stay together“ von Al Green im Radio gehört. Jeder kennt die Nummer. Ein wunderbarer Song: soulig, warm und extrem reduziert. Und ich hab mich gefragt, warum das so gut klingt. Ich denke: Es ist einfach toll produziert: damals natürlich analog und nicht digital. Und das hört man. Jeder Musiker musste physisch anwesend sein. So eine Platte wollte ich auch machen! Wir haben uns ein Jahr Zeit genommen, es war anstrengend, aber es hat sich gelohnt.

Was ist in Adelberg sonst noch zu hören?

Stücke von Stevie Wonder, Ray Charles, Marvin Gaye, James Brown und Prince.

Heroen der Soul-Musik also. Und sonst? Auch eigene Stücke?

Klar. Prince-Fans hätten es auch komisch gefunden, wenn im Konzert kein Purple Rain zu hören gewesen wäre. Ich werde auf jeden Fall „Can’t wait until Tonight“, „Welt hinter Glas“ und „Schwarz auf Weiß“ singen.

Kleinere Festivals wie Adelberg haben es schwer, sich zu behaupten. Gibt es ein Patentrezept?

Das geht nur, wenn da viele ehrenamtlich mitarbeiten. Auf den großen Festivals findest du so was nicht. Das ist schon toll! Und das kann eine Gemeinde auch zusammenschweißen.

Fühlen Sie sich wohl in Adelberg?

Ich bin jetzt, glaube ich, zum neunten Mal da. Ja, ich fühle mich sehr wohl hier. Ich bin hier so was wie der Artist in Residence und gehe jedes Mal in ein wunderbares kleines Hotel in Adelberg, wo ich bestens versorgt werde.

Das hört sich an, als würde es auch menschlich stimmen?

Ja, zum Beispiel fühle ich mich Bürgermeisterin Carmen Marquardt sehr verbunden, die auch tolle Ideen einbringt. Ich freue mich jedes Jahr aufs Neue und hoffe, dass uns die Freilichtspiele erhalten bleiben.

Info Es gibt noch Karten für das
Konzert „Colors“ mit Max Mutzke und Mono Punk beim i-Punkt im Göppinger Rathaus. Beginn ist um 19 Uhr auf
der Klosterwiese, bei schlechtem
Wetter ab 19.30 Uhr in der Stadthalle Göppingen.

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Zur Person Max Mutzke


Biografie Bekannt wurde der im Südschwarzwald geborene Max Mutzke (38) im Jahr 2004. Mit dem von Stefan Raab geschriebenen Song „Can’t wait until Tonight“ vertrat er Deutschland beim Eurovision Song Contest in Istanbul und belegte den achten Platz. Das 2005 erschienene Album „Max Mutzke“ stieg auf Platz eins in die deutschen Charts ein. Mit Alexander Eisseles Lumberjack Bigband war er bereits achtmal bei den Freilichtspielen zu hören.