Kauf Kleemann-Deal im Stauferpark ist perfekt

Kleemann will wachsen: Blick vom Lagerplatz auf Werfthalle (links) und Tigerentenhalle. Auch der Dr.-Herbert-König-Platz und die Handwerkerhöfe gehören zum Erweiterungskonzept.
Kleemann will wachsen: Blick vom Lagerplatz auf Werfthalle (links) und Tigerentenhalle. Auch der Dr.-Herbert-König-Platz und die Handwerkerhöfe gehören zum Erweiterungskonzept. © Foto: STAUFENPRESS
ARND WOLETZ 15.04.2016
Der Göppinger Gemeinderat hat zugestimmt, dem Brech- und Siebanlagen-Hersteller Kleemann weitere Teile des Stauferparks zu überlassen.

Die Firma Kleemann kann sich im Stauferpark außerhalb ihres derzeitigen, etwa 12,5 Hektar großen Firmengeländes weiter vergrößern. Das Unternehmen ist auf steilem Wachstumskurs und will in den kommenden Jahren etwa 150 Millionen Euro im Stauferpark investieren. Die Stadt macht den Weg frei für den Erwerb von weiteren 5,5 Hektar. Dies entspricht der Fläche von etwa zehn Fußballfeldern und verteilt sich im wesentlichen auf den Messeplatz (Dr.-Herbert-König-Platz) bei der Werfthalle, dem südlich gelegenen Areal der sogenannten Handwerkerhöfe sowie dem Fernsehstudio des Tigerentenclubs und der umgebenden Grundstücke.

In öffentlicher Sitzung hat der Gemeinderat am Donnerstagabend den Erweiterungsplänen der Firma Kleemann zugestimmt. Hinter verschlossenen Türen haben die Bürgervertreter dann beschlossen, den dafür erforderlichen Messeplatz und die weiteren Flächen aus der Hand zu geben. Der etwa 22.000 Quadratmeter große Messeplatz darf aber zunächst nicht bebaut werden, er soll der Firma als Parkplatz dienen. Der Preis wurde nicht öffentlich gemacht. Nach Informationen unserer Zeitung steht aber die Summe von 3,3 Millionen Euro im Raum. Als die Stadt den Platz vor etwa zehn Jahren zum Messeplatz umbaute, hat sie gut 2,7 Millionen Euro investiert und dafür auch Zuschüsse erhalten, die nun zurückgezahlt werden müssen, was ebenfalls die Firma Kleemann übernimmt.

Stadt verzichtet auf Vorkaufsrecht

Auch das im Privatbesitz befindliche ehemalige US-Hauptquartier und die Werfthalle sollen an Kleemann gehen. Die Stadt hat die damals marode, aber denkmalgeschützte Werfthalle im Jahr 2006 für einen symbolischen Euro an die Firma Krauter verkauft, besitzt nun aber ein Vorkaufsrecht. Auf dieses Recht verzichtet die Stadt jedoch. OB Guido Till betonte, dass die Stadt den gleichen Preis bezahlen müsste, wie die Firma Kleemann. Auch hier wurde keine Summe genannt. Es soll aber um 7,5 Millionen Euro gehen.

Außerdem warb der Oberbürgermeister vor der Abstimmung dafür, den Plänen der Firma mit ihren derzeit etwa 500 Mitarbeitern keine Steine in den Weg zu legen. Im Gremium selber bekam das Millionengeschäft schließlich eine deutliche Mehrheit. Lediglich den Grünen wäre es lieber gewesen, wenn Messeplatz und Werfthalle im Eigentum der Stadt geblieben und an Kleemann verpachtet worden wären. Dieser Antrag fand aber keine Mehrheit.