Seit die CDU-Basis im Kreis vor einem halben Jahr seine politische Karriere in Berlin beendet hat und statt ihm Hermann Färber ins Rennen um das Direktmandat bei der Bundestagswahl schickte, befindet sich Klaus Riegert auf Arbeitssuche. „Natürlich schaue ich mich nach einer Beschäftigung für die Zeit nach meiner Parlamentstätigkeit um“, bestätigte der Göppinger Bundestagsabgeordnete am Mittwoch auf Nachfrage. Er interessiere sich für verschiedene Jobs und führe entsprechende Gespräche, so der 54-jährige Süßener, der nach der Wahl am 22. September den Deutschen Bundestag nach 21 Jahren verlassen muss. „Es gibt aber noch keine Zusagen und keinen Vertrag.“

Das hatte die Süddeutsche Zeitung in ihrer Dienstag-Ausgabe bezweifelt. Das Blatt berichtete, es gebe Pläne, die vakante Stelle des Generalsekretärs beim Deutschen Behindertensportverband (DBS) mit Riegert zu besetzen und ihn dafür üppig zu honorieren. Das sei ein delikates Vorhaben, so die Zeitung weiter, weil es zu Riegerts Aufgaben als Obmann im Sportausschuss gehöre, die Vorgänge im deutschen Sport zu kontrollieren.

„Ich habe mich köstlich darüber amüsiert“, meint dazu Riegert. „Ich werde definitiv nicht Generalsekretär des Deutschen Behindertensportverbandes“, widerspricht der langjährige Kapitän des „FC Bundestags“ und stellt auch gleich noch die im Zusammenhang mit seiner vermeintlichen Karriere genannte Gehaltsangabe in Frage. Seines Wissens nach habe der bisherige Generalsekretär zwischen 7000 und 7500 Euro monatlich verdient. „Das ist weit weg von den 130.000 Euro Jahresgehalt, die dort genannt werden“, so Riegert.

65 Bewerbungen

Auch DBS-Präsident Friedhelm Julius Beucher hat inzwischen die Übernahme des hauptamtlichen Postens durch seinen einstigen Bundestags-Kollegen ausgeschlossen. „Das stimmt nicht“, sagte der SPD-Politiker, der zwischen 1998 und 2002 Vorsitzender des Sportausschusses war, gegenüber der Deutschen Presseagentur (dpa). Beucher bestätigte, dass es 65 Bewerbungen für die Stelle des DBS-Generalsekretärs gebe. „Aber wir geben keine Wasserstandsmeldungen ab. Daher äußere ich mich auch nicht zum laufenden Verfahren“, sagte Beucher der dpa.“ Spekulationen, wonach das zu besetzende Amt mit jährlich 130.000 Euro dotiert sei, dementierte der DBS-Präsident.

Dass es sich um einen attraktiven Posten handele, wird aber auch von Klaus Riegert nicht in Frage gestellt. Der CDU-Mann hält es im Übrigen nicht für verwerflich, wenn er sich im Bereich des Sports nach einer neuen Tätigkeit umschaue. Immerhin habe er sich jahrzehntelang für den Sport engagiert. „Ich kenne mich da aus.“ Trotzdem habe er entgegen anderslautenden Vermutungen auch beim Deutschen Olympischen Sportbund keine Stelle in Aussicht. Als möglicher Arbeitgeber sei der DOSB jedenfalls nicht unter seinen aktuellen Bewerbungen, so der begeisterte Fußballer. DOSB-Präsident Thomas Bach kandidiere am 10. September sehr aussichtsreich um das Amt des IOC-Präsidenten. Neue Stellen würden da wohl erst unter der Ägide von dessen Nachfolgers geschaffen. Riegert strebt aber einen schnelleren Übergang an.