Bühnenshow Klassik für Kinder, lehrreich und vergnüglich

Zur Musik der vier Cellisten durften die Kinder auf der Bühne Ringe auf Stangen werfen.
Zur Musik der vier Cellisten durften die Kinder auf der Bühne Ringe auf Stangen werfen. © Foto: Giacinto Carlucci
Göppingen / Annerose Fischer-Bucher 14.04.2018

Das Licht geht aus, vier Taschenlampen leuchten in halber Höhe auf der Bühne und kommunizieren wortlos miteinander. Die Kinder lachen. Wieder dunkel. Vier erleuchtete Cellobögen tanzen auf halber Höhe und zwei rangeln miteinander, während Musik aus dem Film „Star Wars“ ertönt. Die Kinder lachen noch mehr. Dann geht das Licht an und auf der Bühne sitzen hinter den leuchtenden farbigen Bögen, die wie Musikschwerter agierten, vier junge Musiker mit ihren Celli. Großer Beifall des jungen Publikums in der Göppinger Stadthalle.

Eine überaus charmante, abwechslungs- und lehrreiche sowie vergnügliche Musikstunde boten die Cellisten Lukas aus Leipzig, Matthias aus Stuttgart, Tim aus Freiburg und Hartwig aus Hannover mit ihrer „Band Quattrocelli“. Sie haben alle an der Musikhochschule Aachen studiert und gewannen im Nu die Herzen ihrer jungen Zuhörer. Abwechselnd moderierend zogen sie die Kinder ins Gespräch, aber auch in die Handlung und boten dabei technisch und musikalisch exzellent ausgeführte Filmmusik in Arrangements und Eigenkompositionen. Alles in bewundernswerter Leichtigkeit.

So durfte das Publikum jeweils Musik oder Instrumente erraten, die die Cellisten imitierten. Einige Kinder konnten sich zur Musik bei Solostellen im Werfen von Ringen auf Stangen präsentieren, immer begleitet vom Beifall des Saals, wenn sie Erfolg hatten. Alyssa aus der Südstadt-Grundschule verfolgte gespannt mit ihrem Kuscheltier das Geschehen. Und Viertklässler Andriya, der zuvor noch nie ein Cello gesehen und gehört hatte, meinte am Ende: „Alles hat mir gefallen.“

Als gefragt wurde, welche Stimmung denn die nächste Musik erzeuge, waren die Kinder tatsächlich ganz still, bis sie das Piratenschiff im Morgengrauen auf glatter See in „Fluch der Karibik“ musikalisch entziffern konnten, unterstützt durch grünen und blauen Theaternebel auf der Bühne. Das Stück endete in einem leisen Glissando und leitete über in einen Swing-Rhythmus, den die Kinder mitschnipsen und mit dem Fuß begleiten sollten.

Die cellistischen Spaßmacher ließen imitierte Instrumente zu einem Western erraten, etwa ein Banjo, eine Mundharmonika oder eine Lotosflöte. Sie spielten ihr großes Cello wie eine Gitarre, mischten sich mit einer kleinen Ukulele unters Publikum oder erweckten ein totes Cello mit Stethoskop und Mund-zu-Mund-Beatmung wieder zum Leben – zum Vergnügen der Kinder. Tanzend und spielend sowie begleitet vom rhythmischen Klatschen der sich gut benehmenden kleinen Besucher verabschiedeten sich die Quattrocelli passend mit der Zugabe „Happy“.

Annerose Fischer-Bucher