Mensa-Essen Kirchheimer Mensa-Essen war zu kalt: Vertrag gekündigt

Kirchheim / Andreas Volz 12.12.2017

Im nächsten Jahr wird alles anders – das ist nicht nur ein berühmter Vorsatz für Silvester. In Kirchheim ist das jetzt auch eine Tatsache, wenn es ums Essen an Schulen und Kindertageseinrichtungen geht: Die Stadt hat den Vertrag mit dem bisherigen Lieferanten kurzfristig gekündigt.

„Das Problem war, dass der Lieferant aufgekauft wurde“, sagte die Kirchheimer Oberbürgermeisterin Angelika Matt-Heidecker gestern auf Nachfrage unserer Zeitung. „Deshalb wurde das Essen viel weiter weg gekocht – zu weit weg, um in Kirchheim noch warm anzukommen. Es gab keine Lieferung mehr in der gewünschten Qualität.“

Bis zu den Weihnachtsferien läuft es noch weiter wie bisher, danach ist Schluss. „Ganz so kurzfristig konnten wir natürlich niemanden finden, der 700 bis 800 Essen am Tag fertigt und liefert.“ Das erfordere einen weitaus größeren Aufwand, als man gemeinhin annehmen würde: „Wir haben da auch vor Ort gefragt. Aber es gibt keine Großküche in der näheren Umgebung, die von jetzt auf nachher 800 zusätzliche Essen liefern kann.“ Hinzu komme noch ein logistischer Aufwand, weil zahlreiche Schulen und Kindertagesstätten in der Stadt zu bedienen sind - von den beiden Gymnasien einmal abgesehen. In deren Mensen wird selbst gekocht.

Das Thema beschäftigt die Stadt nach ihren Angaben schon seit Anfang des Jahres: „Da haben wir bereits Untersuchungen für eine langfristige Lösung in Auftrag gegeben.“ Zunächst gehe es darum, das geeignete Verfahren zu wählen: Kochen und warmhalten, kochen und einfrieren oder womöglich sogar selbst kochen? Sollte das Einfrieren gewählt werden, hätte das einiges an Investitionen zur Folge - für Kühlräume einerseits und fürs Aufwärmen andererseits.

„Da sind wir dran“, sagt Angelika Matt-Heidecker. „Wir wollten das dem Gemeinderat ohnehin so bald wie möglich vorstellen.“ Zum Schuljahr 2018/19 soll die längerfristige Lösung stehen. Dazu braucht es keine besondere Eile, weil das Verfahren ohnehin schon angelaufen ist: „Das hat jetzt höchstens noch zusätzlich an Brisanz gewonnen“, so das Stadtoberhaupt.

Anders sieht es mit der kurzfristigen Lösung aus, denn auch zwischen Weihnachts- und Sommerferien sind warme Mahlzeiten gefragt. „Das ist schon ausgeschrieben, und es sind bereits erste Bewerbungen eingegangen“, beruhigt die Oberbürgermeisterin. In diesem Fall müsse eben die Stadtverwaltung kurzfristig entscheiden, wer für die Zwischenlösung zum Zug kommt, weil es im Vorfeld keine Gemeinderatssitzung mehr gibt. „Ich gehe aber davon aus, dass wir das hinkriegen. Es gibt auch nach Weihnachten was zu essen.“

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