Göppingen Kirchenmusikalische Akzente gesetzt

Prägt seit 25 Jahren das kirchenmusikalische Leben der katholischen Gemeinde Sankt Maria entscheidend: Thomas Gindele.
Prägt seit 25 Jahren das kirchenmusikalische Leben der katholischen Gemeinde Sankt Maria entscheidend: Thomas Gindele. © Foto: Margit Haas
MARGIT HAAS 11.10.2014
In den vergangenen 25 Jahren hat Thomas Gindele in Göppingen und weit darüber hinaus kirchenmusikalische Akzente gesetzt: nicht zuletzt mit den Orgelwochen, die auf großen Zuspruch stoßen.

Wandern oder Radfahren - dazu kam Thomas Gindele in letzter Zeit wenig. In den vergangenen Wochen war er nicht nur organisatorisch verantwortlich für die 19. Göppinger Orgelwoche. Morgen wird er sich beim Abschlusskonzert selbst an das Instrument setzen und ist deshalb im Probenstress.

Vor 25 Jahren kam der Kirchenmusiker nach Göppingen, hat seitdem Akzente gesetzt und das kirchenmusikalische Leben der katholischen Gemeinde Sankt Maria entscheidend geprägt. Er ist aber auch innerhalb der Diözese Rottenburg-Stuttgart für die Jugendchöre zuständig und hat vor einem Jahr zum neuen Gotteslob ein Band- und Chorbuch herausgegeben, das "sehr gut angenommen wird".

Der 50-Jährige ist quasi "neben der Orgel sozialisiert worden", erzählt er lachend. Aufgewachsen in einem oberschwäbischen Dorf direkt neben der Kirche, war er dort Ministrant, trat mit neun Jahren den Bad Saulgauer Chorknaben bei und spielt, seit er 15 ist, Orgel. Kurzzeitig schwankte er nach dem Abitur, ob er klassischen Gesang oder aber Kirchenmusik studieren wollte. "Die Vielseitigkeit der Kirchenmusik hat mich überzeugt und den Ausschlag gegeben".

Nach dem Studium an der Hochschule für Kirchenmusik in Rottenburg trat er vor 25 Jahren seine Stelle in der katholischen Kirchengemeinde Sankt Maria in Göppingen an, die anfangs kaum mehr als eine Halbtagsstelle war. Er entwickelte aus einer kleinen Singgruppe den Kinderchor der Gemeinde mit seither rund 30 singenden Kindern. Er initiierte einen jungen Chor und den Mutter-Kind-Chor "Känguru", leitet die "Männer-Schola" und den Kirchenchor "chor pro musica".

"Die Musikstile der einzelnen Chöre sind sehr unterschiedlich. Die rein klassische Kirchenmusik deckt nicht alle Bedürfnisse ab", ist die Erfahrung des Kirchenmusikdirektors. Auch Dank der unterschiedlichen Chöre könnten Gottesdienste sehr vielfältig gestaltet werden.

Thomas Gindele ist aber nicht nur Organist, sondern auch Orgelsachverständiger, hat also 1996, als die Gemeinde die historische Walkerorgel beschaffte, eine fundierte Expertise zum Instrument abgeben können. "Sie gibt unserer Kirche ein ihr entsprechendes Klangbild", sagt er von seiner Lieblingsorgel. Neue Impulse für das Spiel auf diesem ganz besonderen Instrument erhielt er während eines neuerlichen Orgel-Studiums in Zürich. "Technisch und stilistisch habe ich hier sehr viel dazu gelernt".

Seit 1996 organisiert Gindele auch jedes Jahr die Göppinger Orgelwochen, die auch in Birenbach, Eislingen und Donzdorf stattfinden. Die Orgelmusik werde "tief empfunden und erlaubt einen Blick in die Seele des Menschen". Gerade die Kirchenmusik sei ein wichtiges Element der Spiritualität und der Religiosität. Denn: "Glaube rational funktioniert nur bedingt".

Und schon macht er sich auf den Weg, "ein paar organisatorische Dinge klären" und dann wird er sich wieder an die Orgel setzen und intensiv proben für das morgige Konzert.

Info Das Abschlusskonzert findet morgen um 17 Uhr in der Kirche Sankt Maria in Göppingen statt: "Opera Brass", das Bläserensemble der Bayerischen Staatsoper München und Thomas Gindele an der Orgel. Karten gibt es in Göppingen in der Staufen-Buchhandlung und im Musikhaus Deininger.