Göppingen Kirchenbesuch einmal ganz anders

Sehr beeindruckt zeigten sich die Besucher einer Führung auf der Baustelle in der Oberhofen-Kirche. Sie konnten das Gotteshaus aus ungewöhnlicher Perspektive erleben. Foto: Margit Haas
Sehr beeindruckt zeigten sich die Besucher einer Führung auf der Baustelle in der Oberhofen-Kirche. Sie konnten das Gotteshaus aus ungewöhnlicher Perspektive erleben. Foto: Margit Haas
Göppingen / MARGIT HAAS 02.04.2012
Die Innenrenovierung der Oberhofenkirche macht gute Fortschritte. Davon überzeugten sich zwei Dutzend Göppinger gestern. Sie konnten dabei ganz ungewöhnliche Ansichten ihres Gotteshauses bewundern.

"Das ist meine Kirche. Hier bin ich konfirmiert worden und hier habe ich Goldene Hochzeit gefeiert. Ich interessiere mich einfach für alles, was in der Kirche passiert", erzählt eine Bollerin, die gestern Vormittag eigens mit dem Fahrrad nach Göppingen gekommen war. Von Pfarrer Andreas Weidle und dem Architekten Norbert Behringer ließen sie und gut zwei Dutzend Göppinger sich über den Baufortschritt der Innenrenovierung, die bis zum ersten Advent abgeschlossen sein soll, informieren.

"Eine erste negative Überraschung" musste Norbert Behringer dem Pfarrer freilich bereits berichten. Am vergangenen Freitag nämlich hatte sich herausgestellt, dass ein Teil der Stuckdecke aus dem 17. Jahrhundert instabil ist. "Es ist ein Glück, dass seither nichts passiert ist", stellte Andreas Weidle fest. Dass die Decke sich tatsächlich deutlich abgesenkt hat, davon konnten sich die Baustellenbesucher persönlich überzeugen, als sie das Gerüst in acht Metern Höhe bestiegen und einen Blick aus nächster Nähe auf die Decke warfen.

So ganz wohl war in dieser Höhe nicht allen zumute, die Details jedoch, die sich den Kletterern offenbarten, entschädigten für wackelige Knie. "Die Decke ist bereits weitgehend gereinigt", erklärte Norbert Behringer und betonte, dass vorhandene Risse nicht besorgniserregend seien. Denn die Decke sei - bis eben auf einen kleinen Teil am Chor - gut verschraubt und vernagelt.

Im Kirchenraum selbst stießen besonders das künftige Aussehen und die Ausstattung des Chorraumes auf großes Interesse. Der Altar wurde bereits in den Chor verschoben, so dass künftig der gesamte Chor mit einbezogen werden kann und zwischen Kirchen- und Chorraum ein Bereich entstehen wird, der auch für Konzerte gut genutzt werden kann.

"Der liturgische Ort bleibt aber an der Stelle des alten Altars erhalten", betonte Andreas Weidle. Neben einem Tisch und dem Rednerpult gehört dazu die Kanzel. Sie wird neu gestaltet, ein Stück verschoben und tiefer gesetzt. "Das gibt den Blick in den Chorraum frei." Jedoch nicht so frei, wie ihn der Seelsorger und der Kirchengemeinderat gerne gehabt hätten.

Denn zwei der Andachtsbilder sind fest eingemauert in die Chorwand. "Sie könnten nur mit einem hohen finanziellen Aufwand und einem erheblichen Risiko für die Epitaphe selbst entfernt werden", erläuterte der Architekt. Alle anderen Epitaphe sind in Kisten sicher verpackt. Sie werden nach ihrer Restaurierung wieder aufgehängt. Dank des neuen Beleuchtungskonzeptes der indirekten Beleuchtung werde eine helle und freundliche Atmosphäre entstehen, versprach Behringer.

In den kommenden Monaten werden die Göppinger immer wieder Gelegenheit haben, einen Blick auf die Kirchenbaustelle von Oberhofen zu werfen. Auch das Gemeindefest am 15. Juli soll ein Baustellenfest werden. Dann werden wohl auch schon die neuen Konturen des Vorraumes erkennbar sein, der im Bereich unter der Empore nicht mehr bestuhlt wird und in dem auch eine barrierefreie Toilette Platz findet

Info www.stadtkirche-oberhofen.de

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