Göppingen Kirchen und Kinder sind wertvoll

SWP 05.04.2012
Kindergartenarbeit und Kirchengebäude soll den evangelischen Christen im Göppingen wertvoll sein. Deshalb wird jetzt wieder der "Göppinger Beitrag" erhoben.

Der "Göppinger Beitrag" wird anstelle des früher fälligen Kirchgelds gesammelt. In diesem Jahr haben evangelische Christen die Wahl zwischen zwei Vorhaben: die Unterstützung der Kindergartenarbeit und die Renovierung der historischen Kirchen.

"Wert-voll" - so ist in diesem Jahr das Motto des Prospekts der Evangelischen Göppinger Gesamtkirchengemeinde für den "Göppinger Beitrag". Er wurde in den vergangenen tagen an die Haushalte verteilt. Illustriert ist der Aufruf mit zwei Kindern im Kindergartenalter, die sich vor der Oberhofenkirche umarmen. Gestaltet hat den Prospekt Pfarrer Andreas Weidle, der mit seinem Entwurf augenzwinkernd die Verbindung von Kindern und Kirchengebäuden hergestellt hat. Die Wichtigkeit der Arbeit mit Kindern, wie sie in der neun Kindergartengruppen der Gesamtkirchengemeinde, einer Krippengruppe und einem Hort geschieht, wird dem Wert der historischen Kirchen gegenübergestellt, die beide in diesem Jahr renoviert werden. Die Innenrenovierung der Oberhofenkirche steht ebenso wie die Außenrenovierung der Stadtkirche in diesem Jahr auf dem Programm.

Die Kindergartenarbeit steht mit Betriebskosten von etwa 1,3 Millionen Euro in den Haushaltsplänen der Kirchengemeinde, von denen die Kirche jährlich etwa 150 000 Euro übernehmen muss. Die Renovierung der Kirchen wird mit etwa 1,1 Millionen für die Innenrenovierung der Oberhofenkirche und mit etwa 500 000 Euro für die Außenrenovierung der Nordfassade der Stadtkirche kalkuliert. "In beiden Fällen geht es um Werte, die nicht betriebswirtschaftlich plausibel gemacht werden können, sondern eng mit dem Auftrag der Kirche verbunden sind" meint der evangelische Dekan Rolf Ulmer. Er wirbt deshalb dafür, die Projekte des Göppinger Beitrags zu unterstützen.

Die Spendenaktion der evangelischen Kirche gibt es seit sechs Jahren. Der "Göppinger Beitrag" ersetzt seither das früher erhobene Kirchgeld. Zwei Drittel der Mitglieder zahlen keine Kirchensteuer, weil sie Rentner oder in Ausbildung sind oder weil sie aus anderen Gründen kein Einkommen haben. Sie können mit einem freiwilligen Beitrag ihre Kirchengemeinde unterstützen. Dabei fließt das Geld in ein ganz spezielles Vorhaben. Ähnliche Spendenaktionen werden von den meisten evangelischen Kirchengemeinden des Bezirks organisiert.

Gebeten wird um einen einmaligen Spendenbeitrag für die vielfältigen Aktionen der Göppinger Kirchengemeinde. Dekan Rolf Ulmer freut sich darüber, dass die Aktion jedes Jahr zwischen 25 000 und 30 000 Euro erbracht hat. Besorgt stimmt ihn, dass diese Summe von immer weniger Menschen aufgebracht wird. "Es wäre schön, wenn sich weitere Gemeindemitglieder entschließen könnten, hier etwas zu geben," meint der Dekan. "Auch kleine Beträge sind willkommen - wichtig ist, dass dieses Geld voll und ganz hier in Göppingen bleibt und eingesetzt wird."

Der Solidarbeitrag bietet den evangelischen Christen die Chance, sich eine bestimmte Verwendung des Geldes auszusuchen. Wer sich nicht für eins der beiden vorgeschlagenen Aufgabengebiete - Kindergartenarbeit oder Kirchengebäude - entscheiden kann, hat die Möglichkeit, das Feld "Wo am nötigsten" anzukreuzen. Dann wird die Spende für die sonstige Gemeindearbeit eingesetzt. Soziale Projekte, gottesdienstliche Angebote, Kinder- und Jugendarbeit sowie Betreuung Ehrenamtlicher gehören dazu.