Politik Kindergarten-Betreuung: Irritationen in Faurndau

Faurndau / Susann Schönfelder 05.07.2018

Die SPD-Fraktion im Bezirksbeirat Faurndau ist irritiert über den Antrag der FDP/FW. Diese fordert einen sofortigen Ausbau von zwei Gruppen mit mindestens je 20 Betreuungsplätzen für Kinder von drei Jahren bis zum Schuleintrittsalter und mindestens fünf weitere Plätze für zweijährige Kinder in den leer stehenden Räumen der Haierschule. Nach Meinung der FDP und FW könne damit das Defizit an Betreuungsplätzen in Faurndau deutlich früher ausgeglichen und die Ganztagsbetreuung in anderen Einrichtungen des Göppinger Stadtbezirks schneller angegangen werden.

Die Sozialdemokraten wundern sich nun: „Hat sich seit dem einmütigen Beschluss des Gemeinderates im Mai 2018 zum Thema Kinderbetreuung in Göppingen eine völlig neue Situation ergeben?“, fragt sich die SPD. In der Beschlussvorlage der Verwaltung sei für Faurndau von 29 Kindern zwischen drei und sechs Jahren die Rede, die nach aktuellem Stand bei Ganztagsbetreuungsplätzen unversorgt sind, davon stammten allerdings nur acht Kinder aus dem Kindergarten im Haier, 16 Kinder aber zum Beispiel aus dem Katholischen Kindergarten St. Gallus, also der Ortsmitte Faurndaus.

Deswegen sollte laut Gemeinderatsbeschluss auch geprüft werden, ob im Ortskern Ganztagesplätze beispielsweise im Kindergarten St. Gallus geschaffen werden können, fordert die SPD im Bezirksbeirat.

Der Beschluss des Gemeinderates sehe deshalb vor, dass zum Kindergartenjahr 2018/2019 eine Kindergartengruppe mit 22 Plätzen in Ganztagsbetreuung mit verlängerter Öffnungszeit für Dreijährige bis Schuleintritt neu eröffnet werden soll. Nach Verlegung der Schulküche zum Schuljahr 2019/2020 sei ein weiterer Umbau geplant, so dass eine weitere Kindergartengruppe mit 22 bis 25 Plätzen in verlängerter Öffnungszeit und Regelbetreuung neu eröffnet werden könnte, zitieren die Sozialdemokraten aus der Vorlage und fragen sich: „Wie kommt die FDP/FW – im Gegensatz zur Einschätzung durch die Verwaltung – zu dieser extremen Dringlichkeit eines sofortigen Ausbaus und der Notwendigkeit der – sachlich und rechtlich mehr als fragwürdigen – „Beimengung“ von mindestens fünf zweijährigen Kindern in solche Gruppen für Drei- bis Sechsjährige?“ Und fügen in einer Pressemitteilung hinzu: „Abgesehen von den räumlichen Problemen und der fast unlösbaren Schwierigkeit, kurzfristig geeignetes Personal auf dem leergefegten Erzieherinnen- und Erzieher-Markt zu finden.“

Aufgrund der Irritationen herrsche nach Meinung der SPD hier „eindeutig ein größerer Erklärungsbedarf, bevor eine solche Abstimmung überhaupt stattfinden kann“.

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