Der Basar hat Tradition: Bereits zum 18. Mal veranstaltet der Förderverein Reuschkindergarten Göppingen am Samstag, 19. Oktober, einen „Flohmarkt für Kinderkram“. Dieses Mal steht die Veranstaltung jedoch unter keinem guten Stern: Nachdem die Evangelische Verbundkirchengemeinde Göppingen die Verträge für vier Kindergärten und Kitas in der Kernstadt aus finanziellen Gründen gekündigt hatte, droht den Einrichtungen im Sommer kommenden Jahres das Aus – es sei denn, Stadt und Kirche einigen sich in der Zuschussfrage. OB Guido Till hatte angekündigt, sich intensiv mit dem Thema auseinanderzusetzen. „Noch gibt es nichts Neues, es müssen erst einmal Termine gefunden werden“, sagte gestern der städtische Pressesprecher Olaf Hinrichsen.

Betroffene wollen kämpfen

„Wir kämpfen und ziehen alle Register“, betont Ulrike Herb-Stegner, Leiterin des Kindergartens im Reusch. Sie wird zusammen mit der Leiterin des Schöllkopfheims, Elke Beyerlein, und der Vorsitzenden des Fördervereins Reuschkindergarten, Monika Weber, an einem Infostand stehen und die Besucher über die Situation aufklären. Bei dieser Gelegenheit wollen sie Unterschriften für den Erhalt der Einrichtungen sammeln. „Mit dem Basar erreichen wir viele Menschen aller Generationen, auch junge Familien“, sagt Herb-Stegner. „Gerade die brauchen ja eventuell auch einen Kita-Platz.“

Schon jetzt fehlen in Göppingen 200 Plätze. Sollten die Einrichtungen, für die jetzt die Verträge gekündigt wurden, tatsächlich schließen, würde sich die Lage noch verschärfen. Betroffen sind neben dem Kindergarten im Reusch und Schöllkopfheim der Martin-Luther-Kindergarten sowie der benachbarte Standort Fuchseckstraße 34.

Förderverein engagiert sich

Veranstalter des Flohmarkts mit Kuchenverkauf, der am Samstag von 14 bis 16 Uhr im Foyer der EWS-Arena stattfindet, ist der Förderverein Reuschkindergarten. Er hofft auf viele Unterschriften, um das Aus abzuwenden. „Wir möchten eine Schließung unbedingt verhindern“, betont die Vorsitzende Monika Weber. Ziel sei es zu vermitteln: „Wir wollen, dass sich beide Parteien zusammensetzen und eine tragfähige Lösung erarbeiten, auch weil die Plätze dringend benötigt werden“, unterstreicht Weber. Es gehe nicht darum, gegen die Stadt oder die Kirche zu schießen, sondern um den Erhalt der Einrichtungen und einer vielfältigen Kindergartenlandschaft in Göppingen.

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