Kreativität Kinder zeichnen die Bilder in ihrem Kopf

Workshop-Leiterin Veronika Schneider spricht während der „Malzeit“ mit einem Jungen über sein Bild.
Workshop-Leiterin Veronika Schneider spricht während der „Malzeit“ mit einem Jungen über sein Bild. © Foto: SABINE ACKERMANN
Göppingen / SWP 19.02.2018

„Ich trau mich nicht das Bild abzuziehen, das Papier ist so dünn“, benötigt Yannik Hilfe bei seinem ersten Druck. Workshop-Leiterin Veronika Schneider kann ihm helfen, die 26-Jährige studiert in Stuttgart Kunstpädagogik und arbeitet hauptsächlich mit Kindern und Jugendlichen. Papier, Farbe oder Stifte und der Kopf voller Ideen – mehr braucht der Nachwuchs nicht, um sich gestalterisch und malerisch die Welt zu erschließen.

Anregungen dazu gibt es in der Kunsthalle Göppingen. Jeden Samstag findet dort die „Malzeit für Kinder“ statt, diesmal dienen unter anderem Picassos Werke als Ideengeber. Doch von vorne. Zuerst besuchten die zehn jungen Künstler die Barbarossa-Buchhandlung, dort erfuhren sie aus dem Buch „Hexus-plexus“ von einer alten Hexe, die nur Dinge herbeizaubern konnte, die sich reimen. Aus Versehen hexte sie ein Stinktier herbei, für das sie keinen Reimspruch fand. Dennoch eroberte der kleine Stinker ihr Hexenherz.

Nach der Geschichte machte sich die Gruppe gemeinsam auf zum praktischen Teil. „Bilder, die im Kopf entstehen, zu behalten und mit Bleistift auf Papier zu zeichnen“, erklärt Veronika Schneider den Mädchen und Jungen ihre erste Aufgabe in der Kunsthalle. Und weil an dem Ausstellungsort gerade Picassos Werke gezeigt werden, gab es davor als Anregung einen Rundgang durch die gleichnamige Schau. Denn seine Linolschnitte hat der große Künstler nicht viel anders gestaltet, erfahren Amelie, die Zwillinge Anna und Matteo, die beiden Namensschwestern Katharina, Kaya, die Geschwister Maria und Emma, Soha sowie Yannik.

Bevor dann die Bleistiftzeichnungen erst ganz am Schluss mit Buntstiften oder Wasserfarben ausgemalt wurden, ging es erst mal mit der Druckkunst weiter. Abermals bringen die Kinder im Alter zwischen sechs bis zwölf Jahren hochkonzentriert ihre Lieblingsfigur aus der Geschichte zu Papier und schneiden anschließend ihren Bären, Hasen, das Stinktier oder die Hexe aus. „Nicht die Maske, sondern die Druckerplatte einrollen“, korrigiert die Kunststudentin einen der Nachwuchskünstler und ist geduldig für jeden zur Stelle.

Mit Spaß ist die Gruppe bei der Sache, ab und zu wird sich mit dem Nachbarn „fachmännisch“ ausgetauscht. Fast alle Kinder sind in Sachen Kunst vielseitig unterwegs, verraten unter anderem, was sie alles für Instrumente spielen. Liebevoll mahnt sie Veronika Schneider zur Eile, schließlich müssen die Drucke noch trocknen, bevor sie im Schaufenster der Buchhandlung bis zum 19. März ausgestellt werden.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel