Göppingen Kfz-Betriebe wählen neue Spitze

Ludger Wendeler (li.) löst Klaus Heschke an der Spitze der Kraftfahrzeug-Innung im Landkreis Göppingen ab.
Ludger Wendeler (li.) löst Klaus Heschke an der Spitze der Kraftfahrzeug-Innung im Landkreis Göppingen ab. © Foto: Giacinto Carlucci
Göppingen / JENS GIESELER 09.10.2014
Ludger Wendeler und Dieter Doll bilden die neue Führungsspitze der Göppinger Kfz-Innung. Damit lösen sie nach zwölf Jahren die Doppelspitze Klaus Heschke und Hans-Walter Schurr ab.

Der Göppinger Kaufmann und der Faurndauer Techniker galten laut Kreishandwerksmeister Jürgen Schmid über Jahre als das Dreamteam der Kfz-Innung mit ihren 130 Betrieben. Während Klaus Heschke mit Anzug, Diplomatie und schwäbischem Charme vor allem die Themen Handel und Wirtschaftlichkeit gegenüber der Öffentlichkeit vertrat, wühlte sich Hans-Walter Schurr mit Blaumann, deutlichen Worten und Beharrlichkeit in die Technik und Werkstattarbeit.

Kaum jemand konnte ihnen und ihrem Herzblut für die Sache entkommen. Vor allem weil sie auch andere Wege einschlagen konnten. Der 72-jährige ehemalige Hahn-Niederlassungsleiter profitierte auch von seiner Hartnäckigkeit. Sein Leitspruch: "Wenn ich vorne rausgeworfen werden, gehe ich hinter wieder rein, bis ich bekomme, was ich will." Und wenn sich der Rauch eines Schurrschen Gewitters verzogen hatte, kam stets die warme Verbindlichkeit des 56-jährigen Motivators und Werkstatt-Inhabers zum Vorschein.

Nicht zuletzt wegen des extremen Wandels der Fahrzeugtechnik in den vergangenen beiden Jahrzehnten galt ein besonderes Augenmerk des Duos der Ausbildung und damit der engen Kooperation vor allem mit der gewerblichen Schule, aber auch mit der kaufmännischen. Legendär sind die sogenannten Pauls-Gespräche, eine offene Aussprache zwischen Auszubildenden, Lehrern und Ausbildern, auch die Einschulungsfeier und der Modell-Lkw-Wettbewerb haben Ansehen und Qualität der Ausbildung verbessert.

Zweiter Schwerpunkt war die Neuausrichtung der Innung: vom verwaltenden Verband zum Dienstleister für die Betriebe. So hatten sie ein offenes Ohr für die Schwierigkeiten der Firmen und haben mit Rat, Weiterbildung und Angeboten reagiert, wie derzeit mit einem Projekt für Arbeitssicherheit, bei dem Spezialisten 50 Innungsbetriebe im Kreis beraten und unterstützen.

Heschke und Schurr haben auch auf Landes- und Bundesebene Akzente gesetzt. So ist Klaus Heschke seit knapp 40 Jahren im Landesverband für die Öffentlichkeitsarbeit aktiv, gibt Fernsehinterviews oder organisiert Presseseminare. Hans-Walter Schurr vertrat bis vor kurzem landes- und bundesweit die Interessen der Freien Werkstätten. So sagte der Präsident des Landesverbandes Harry Brambach über Klaus Heschke, dass er einer der Gestalter des Kfz-Gewerbes sei, der mit unglaublichem Einsatz und Herzblut vor allem die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Händler und Werkstätten entwickelt habe. Dagegen habe Hans-Walter Schurr den Freien Werkstätten ein Gesicht gegeben: "In Göppingen, Baden-Württemberg und Deutschland weiß jeder, wer Hans-Walter Schurr ist und was er will." So sei es dem "durchsetzungsstarken Typen" gelungen, viel zu bewegen.

Kenner der Branche

Doppelspitze Neuer Obermeister ist Ludger Wendeler, geschäftsführender Gesellschafter des Autohauses "Burger Schloz". Der 47-jährige Wirtschaftswissenschaftler ist Chef von 370 Mitarbeitern und bereits seit 15 Jahren im Innungsvorstand. Als Stellvertreter wurde Dieter Doll gewählt. Der 47-jährige Kfz-Meister betreibt seit 22 Jahren eine Freie Werkstatt in Deggingen mit drei Mitarbeitern.

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