Telefonaktion Keine Angst vor Darmspiegelung

Kreis Göppingen / Helge Thiele 13.03.2018
Tipps zur Vorsorge: Bei einer Telefonaktion der NWZ stehen am Mittwoch (14. März) von 16 bis 18 Uhr fünf Experten Rede und Antwort.

Mit einer ganzen Reihe ermutigender Fakten wollen Mediziner die Menschen von der Wichtigkeit überzeugen, ab einem gewissen Alter zur Darmkrebs-Vorsorge zu gehen. Die 2001 gegründete Felix-Burda-Stiftung hat den März zum „Dramkrebsmonat“ auserkoren.

Bereits zum 17. Mal steht der Monat in diesem Jahr ganz im Zeichen der Vorsorge. Aus gutem Grund: Rund 60 000 Menschen erkranken derzeit pro Jahr neu an Darmkrebs, ein Drittel der Patienten stirbt. Doch innerhalb der vergangenen zehn Jahre  – damals wurde die Vorsorge-Darmspiegelung eingeführt – sind die Zahlen der Neuerkrankungen deutlich zurückgegangen, die Zahl der Todesfälle gesunken. Dr. Klaus Metter, Chefarzt am Zentrum für Innere Medizin der Alb-Fils-Kliniken, und sein Kollege, Professor Dr. Stefan Riedl, Chefarzt der Allgemeinchirurgie, sind sich sicher: „Man könnte die Zahlen weiter ganz massiv reduzieren. Voraussetzung dafür wäre, dass alle bei der Vorsorge mitmachen.“ Vor einer Darmspiegelung müsse heute keiner mehr Angst haben. Man bekomme in der Regel eine „Schlafspritze“, außerdem müsse man auch längst nicht mehr so viel Flüssigkeit vor der Untersuchung einnehmen wie das früher der Fall gewesen sei, berichten die Mediziner. Eine Darmspiegelung (Koloskopie) sei bei niedergelassenen Internisten und in Kliniken möglich.

Ziel der Aufklärungskampagne sei es, vor allem diejenigen zu erreichen, „die sich gesund fühlen“ sowie „junge Leute mit verwandtschaftlicher Vorbelastung“. Denn auffällig sei, dass immer mehr junge Menschen an Darmkrebs erkrankten, erklärt Dr. Metter. Die Rate der unter 50-Jährigen, bei denen Darmkrebs erkannt wurde, liege laut einer neuen Studie bei 15 Prozent der Neuerkrankungen. Mangelnde Bewegung und falsche Ernährung trügen zu dieser traurigen Entwicklung bei.

Umso wichtiger sei die Vorsorge. Metter nennt in diesem Zusammenhang eine positiv stimmende Zahl: Nach einer Studie des deutschen Krebsforschungszentrums haben sich zwischen 2003 und 2012 etwa 4,4 Millionen Versicherte einer Vorsorge-Darmspiegelung  unterzogen. So hätten rund 180.000 Neuerkrankungen vermieden werden können.

Die Experten der Alb-Fils-Kliniken wollen verstärkt auf Firmen im Kreis zuzugehen und diese davon überzeugen, dass Darmkrebsvorsorge ein „sinnvolles Element des immer wichtiger werdenden betrieblichen Gesundheitsmanagements ist“.

Info Die international aktive Felix-Burda-Stiftung  wurde von Dr. Christa Maar und Verleger Hubert Burda gegründet und trägt den Namen ihres 2001 an Darmkrebs verstorbenen Sohns.

Fachleute sitzen von 16 bis 18 Uhr am Telefon

Experten: Professor Dr. Stefan Riedl, Dr. Klaus Metter und Dr. Wolfgang Schröder von den Alb-Fils-Kliniken, der niedergelassene Internist Dr. Stefan Vollmer sowie die AOK-Ernährungsberaterin Sabine Spies beantworten morgen, Mittwoch,  von 16 bis 18 Uhr die Fragen der Anrufer zum Thema Darmkrebs und Vorsorge. Die Durchwahlnummern werden morgen in der NWZ veröffentlicht.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel