Feier Kastanienfest lockt mit Kampfkunst und Vierbeinern

Noch bewundern die Besucher des Kastanienfests den Polizeihubschrauber auf dem Sportplatz. Kurze Zeit später hebt die Maschine ab – die Pflicht ruft.
Noch bewundern die Besucher des Kastanienfests den Polizeihubschrauber auf dem Sportplatz. Kurze Zeit später hebt die Maschine ab – die Pflicht ruft. © Foto: Staufenpress
Göppingen / Maximilian Haller 11.07.2018
Beim 43. Kastanienfest des Polizeipräsidiums Einsatz bekamen Besucher spannende Einblicke in die tägliche Polizeiarbeit.

Ein Polizist patrouilliert einen Park, als ihm ein verdächtiger Autofahrer begegnet. Er will eine Personenkontrolle durchführen, als der Mann plötzlich ein Messer zückt. Noch bevor er einen Schritt auf den Polizisten zugehen kann, springt ihn der belgische Schäferhund Amigo an und beißt sich im Arm des Mannes fest. Die Situation ist wieder unter Kontrolle. Zum Glück für den Mann und seinen Arm war das Ganze nur inszeniert.

Die Inszenierung der Arbeit von Polizeihunden war lediglich ein Teil des jährlichen Kastanienfests. Bereits zum 43. Mal hat das Polizeipräsidium Einsatz in Göppingen zu der Feier geladen. Besucher bekommen hierbei nicht nur Verpflegung für Leib und Seele sowie musikalische Unterhaltung. Sie erhalten zudem spannende Einblicke in die tägliche Polizeiarbeit: Abwehr- und Zugriffstechniken, Schutzdienst durch Einsatzhunde und ein Auftritt der Reiterstaffel – das alles können Interessierte aus nächster Nähe miterleben.

Der 11-jährige Amigo ist einer der zahlreichen Polizeihunde, die täglich im Kampf gegen das Verbrechen eingesetzt werden. Ein Freiwilliger in Schutzkleidung demonstriert dem Publikum, was passiert, wenn sich ein Hund auf Befehl festbeißt. Auch als er „flüchtet“, lässt ihn der belgische Schäferhund nicht weit kommen: „Eins zu null für die Polizei, würde ich sagen“, findet Thomas Micklitz, Ausbilder der Polizeihundeführer.

Abwehr- und Zugriffstechniken zeigen beim Kastanienfest die Beweissicherung- und Festnahmeeinheit (BFE) der Polizei. In mehreren Sequenzen demonstrierten die Polizisten, mit welchen Techniken sie sich verteidigen und gleichzeitig Angreifer festhalten. Auch wie sie mit Pyrotechnik bei Demonstrationen und Fußballspielen umgehen, zeigen die Polizisten. In voller Einsatzmontur stürmen sie auf eine brennende Strohpuppe zu und löschen das Feuer. Dass die Einsatzkräfte praxiserprobt sind, weiß auch Oliver Nisi, Leiter des Einsatztrainings bei der Bereitschaftspolizei Göppingen: „Ein paar von den Leuten, die heute hier sind, waren letztes Jahr auch in Hamburg“, erzählt Nisi mit Blick auf die Ausschreitungen beim G20-Gipfel 2017.

Hunde sind nicht die einzigen Vierbeiner auf dem Kastanienfest. Die Reiterstaffel Stuttgart ist bei der Feier ebenfalls vertreten. Vier schwarze Pferde galoppieren über die Wiese und springen über Fässer und Mülltonnen. Für Einsätze wurden die Rösser so trainiert, dass sie beispielsweise Fahnengruppen auf Demonstrationen einkreisen. „Das sind keine Turnierpferde, sondern Einsatzpferde“, betont der Leiter der Polizeireiterstaffel, Sven Staudenmaier. So wurden die normalerweise sehr feuerscheuen Tiere „durch langjährige Ausbildung“ darauf trainiert, auch bei brennenden Barrikaden nicht zurückzuschrecken, sondern stattdessen unerschrocken hindurchzutraben.

Der Einsatzhubschrauber „D-HBWX“ lockt ebenfalls viele Besucher. Vor allem die Kinder haben sichtlich Spaß dran, einmal im Cockpit zu sitzen. Doch dann kommt herrschrt auf einmal Anruf – der Hubschrauber wird auf einem Einsatz gebraucht. Unter den Augen der Zuschauer hebt die Maschine vom Sportplatz ab. Das dass passieren kann, sei von Anfang an klar gewesen, erklärt Jens Czechtizky, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Einsatz. Die Pflicht gehe vor: „Ein polizeilicher Einsatz steht an oberster Stelle, auch an einem Tag wie diesem.“

Polizei will transparent sein

Laut Czechtizky hat das Kastanienfest große Tradition in der Hohenstaufenstadt: „Wir sind eng verbunden mit der Stadt Göppingen.“ Einmal im Jahr wolle die Polizei ihre Schranken öffnen und den Menschen einen Teil ihrer Arbeit zeigen. „Uns ist es ganz wichtig, transparent zu sein“, versichert der Pressesprecher.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel