Göppingen Karriere eines fiktiven Neonazis

MARGIT HAAS 08.10.2014
Die Ausstellung "Die braune Falle" des Bundesamts für Verfassungsschutz klärt in Göppingen über rechtsextremistische Verhaltensweisen auf.

"Die braune Falle - eine rechtsextremistische Karriere" heißt die Ausstellung, die in den kommenden Wochen in der Göppinger Stadtkirche zu sehen sein wird. Konzipiert ist sie vom Bundesamt für Verfassungsschutz. Erzählt wird die persönliche Geschichte des fiktiven Aussteigers Mario S., die sich wie ein roter Faden durch die gesamte Ausstellung zieht. So können die Besucher "auf Augenhöhe" miterleben, wie aus der anfänglichen Faszination blutiger Ernst wird.

Chronologisch wird der typische Weg in den Rechtsextremismus, der Werdegang von Mario S. in sechs Etappen anschaulich dargestellt. Sie zeigen den Suchenden, den Verführten, den Kameraden, den Anstifter, den Täter und eben den Aussteiger. Jede Etappe ist in drei unterschiedlichen Informationsebenen aufgebaut: Es gibt eine Einführungs-, eine Vertiefungs- und eine Veranschaulichungs-Ebene. So kann sich der Besucher je nach Interesse einen schnellen Überblick verschaffen oder auch tiefer ins Thema einsteigen. Zunächst kommt auf großflächigen Informationsbannern Mario S. selbst zu Wort. Er fordert die Ausstellungsbesucher zu einer ersten kritischen Begegnung mit seiner Gedankenwelt auf.

Informationstafeln vertiefen die jeweiligen Themen mit authentischen Aussagen von Rechtsextremisten und Aussteigern. Multimedia-Einheiten schließlich informieren mit Bild-, Ton- und Filmmaterialien in eindrücklicher und eindringlicher Weise.

Zufällig habe es sich ergeben, dass die Wanderausstellung, die in ganz Deutschland Station macht, gerade im Oktober nach Göppingen kommt. "Der Termin bot sich an", sagt Patrizia Rall von der Stadtverwaltung. Die Ausstellung sei auch als Ergänzung zu den Aktionen zu sehen, die der Verein Kreis Göppingen nazifrei am kommenden Samstag unter dem Motto "Göppingen bleibt bunt" und die Stadtverwaltung mit der Leistungsschau ihres Betriebshofs gegen Rechtsextremismus und einen ursprünglich für diesen Termin geplanten Nazi-Aufmarsch organisieren.

Info Ausstellungsdauer: bis 24. Oktober; Montag bis Mittwoch von 9 bis 17 Uhr, Donnerstag von 9 bis 18 Uhr, Freitag von 9 bis 13 Uhr. Führungen können unter Telefon: (07161) 650-277 vereinbart werden.