Odeon Karibische Tanzlust in frostiger Nacht

Addys Mercerdes und ihre Famliyband gastierten schon zum zweiten Mal bei Odeon im Alten E-Werk. Foto. Staufenpress
Addys Mercerdes und ihre Famliyband gastierten schon zum zweiten Mal bei Odeon im Alten E-Werk. Foto. Staufenpress © Foto: Staufenpress
Göppingen / CORNELIA VILLANI 23.01.2017

. Nach wenigen Liedern hält es die junge Frau nicht mehr auf ihrem Platz. Sie erhebt sich, läuft in den hinteren Bereich der Halle und beginnt, wiegend Salsa zu tanzen. Zwei Männer und eine Frau gesellen sich zu ihr, während Addys Mercedes auf der Bühne von Kuba singt. Zusammen mit ihrer dreiköpfigen Band hat es die Sängerin geschafft, den südamerikanischen Lebensstil nach Göppingen zu bringen.

Der Saal des Alten E-Werks in der Mörikestraße war voll belegt. Mehr als 250 Besucher wollten die 1973 auf Kuba geborene Künstlerin sehen und hören. Und nicht nur sie. Addys Mercedes tritt seit Jahren mit ihrer sogenannten Familyband auf. Gemeint ist ihr Mann Cae Davis, die gemeinsame 16-jährige Tochter Lia und „Adoptivonkel“ Pomez di Lorenzo, der bei den Deutschlandauftritten Gitarre spielt.

Eine gute Entscheidung: Denn der Gitarrist bewies gleich mit einem Solo, welcher Gewinn er für die Band ist.  Besonders mit der E-Gitarre gab er dem südamerikanischen Stil einen besonderen Klang. Allerdings spielte di Lorenzo, der mit bürgerlichem Namen Stephan Baader heißt, auch das akustische Pendant hervorragend. Gegen Ende des Konzerts hatte er sich sogar beide Instrumente um die Schulter gelegt.

Mehrere Instrumente miteinander zu kombinieren, vermögen alle Mitglieder der Band. Besonders Lia beeindruckte die Zuschauer. Die 16-Jährige spielte und zupfte die Geige, als hätte sie ihr Leben lang nichts anderes getan. Hochprofessionell und leidenschaftlich griff sie aber auch in die Tasten des Keyboards und begleitete ihre Mutter schließlich auf dem Klavier beim Lied „Mi Deseo“. Die Ballade stellte einen emotionalen Höhepunkt im zweiten Teil des Konzerts dar.

Was auch daran lag, dass in der zweiten Stunde nach der Pause in erster Linie Tanzmusik auf dem Programm stand. Zur Freude der Besucher. Zu der jungen Frau, die gar nicht mehr auf ihren Platz zurückgekehrt war, gesellten sich immer mehr begeisterte Zuschauer und wiegten die Hüften. Viele Lieder von Addys Mercedes handeln vom Tanzen, zum Beispiel „Me Erizo“ oder „Cosibate“.

Addys Mercedes, die seit 23 Jahren in Deutschland lebt, erzählte zu jedem Lied eine kleine Geschichte. Dabei lachte und scherzte sie immer wieder mit dem Publikum und konnte die Zuhörer außerdem mit ihrer erdigen, warmen und klangvollen Stimme begeistern. Kein Wunder, dass nach 18 Liedern lautstark eine Zugabe verlangt wurde. Welche die Band auch gewährte. „Aber nur wenn alle tanzen“, erklärte Lia. Der Aufforderung kam der Saal nur zu gerne nach.

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