Kreis Göppingen Kampf gegen Netzausbau

Die Bürgerinitiative "Börtlinger Weitsicht" kämpft auf vielerlei Art und Weise gegen die geplante Stromtrasse, hier am Börtlinger Reinhold-Maier-Turm.
Die Bürgerinitiative "Börtlinger Weitsicht" kämpft auf vielerlei Art und Weise gegen die geplante Stromtrasse, hier am Börtlinger Reinhold-Maier-Turm. © Foto: BI
Kreis Göppingen / DIRK HÜLSER 02.07.2014
Die Bürgerinitiativen im Schurwald kämpfen weiter gegen die geplante 380-Kilovolt-Stromtrasse von Goldshöfe nach Bünzwangen. Nun wurden Einsprüche gegen die Netzentwicklung erhoben.

Viel Arbeit gab es in den vergangenen Wochen für die Gegner der von der Transnet BW geplanten 380-Kilovolt-Stromtrasse von Goldshöfe nach Bünzwangen, die quer durch den Schurwald führen soll - so sie denn gebaut wird. Wie Karin Hess von der Bürgerinitiative "Börtlinger Weitsicht" berichtet, seien Einsprüche zum ersten Entwurf des Netzentwicklungsplans (NEP) 2014 der Übertragungsnetzbetreiber sowie eine Stellungnahme zum Szenariorahmen 2025 formuliert worden.

Was den Netzentwicklungsplan angeht, sagt Hess: "Dort waren es mehrere tausend, die erneut gegen die geplante HGÜ bis Hüttlingen und die von dort bis Bünzwangen geplante 380-kV-Leitung Einsprüche erhoben." Hinter HGÜ verbirgt sich eine Leitung zur Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung - eine neue Technologie, die der relativ verlustarmen elektrischen Energieübertragung von Offshore-Windparks zum Festland dient.

Auch zum Thema Szenariorahmen 2025 kann Hess aus ihrer Sicht Positives vermelden: "Obwohl das Thema sehr komplex ist, die Stellungnahmen zum NEP vorausgegangen waren und die Ferien die Beteiligung ebenfalls erschwert haben, haben sich über 1100 Bürger und Kommunen an den Stellungnahmen beteiligt." In der vergangenen Woche endete die Frist für die Stellungnahmen, Karin Hess resümiert, hinter der Bürgerinitiative liege viel Arbeit: "Dabei steht das Beteiligungsfenster nur fünf Wochen offen. In dieser Zeit muss der ganze NEP oder Szenariorahmen gelesen, verstanden und Stellungnahmen daraus abgeleitet werden. Diese müssen verteilt, unterzeichnet, eingesammelt und verschickt werden."

In ihrer Stellungnahme an die Adresse der Bundesnetzagentur betonen die Bürgerinitiativen: Weil die Netzbetreiber Tochterunternehmen der großen Energiekonzerne seien - die Transnet BW etwa gehört der ENBW -, "planen derzeit vom Netzausbau profitierende Unternehmen neue Leitungen, deren Rendite ihnen gesetzlich garantiert ist, deren Kosten aber der Verbraucher trägt." So sei eine unabhängige Planung des Netzausbaus nicht zu erwarten.

Noch kein Ergebnis gibt es bislang beim unabhängigen Gutachten über die Notwendigkeit der Schurwaldtrasse.

Der Plan folgt dem Rahmen

Der Szenariorahmen zum Netzentwicklungsplan Strom und zum Offshore-Netzentwicklungsplan 2025 beschreibt laut der Bundesnetzagentur die wahrscheinliche Entwicklung der installierten Kapazitäten erneuerbarer Energien und der konventionellen Kraftwerke sowie des Stromverbrauchs in den kommenden 10 beziehungsweise 20 Jahren. Mit der Erstellung des vierten Szenariorahmens habe der Prozess begonnen, der den notwendigen Netzausbau bis zum Jahr 2025 beziehungsweise 2035 ermittelt.

Auf der Grundlage des Szenariorahmens bestimmen die Übertragungsnetzbetreiber - so auch die Transnet BW, die die Trasse von Goldshöfe nach Bünzwangen plant - nun den notwendigen Netzausbau, erläutert die Bundesnetzagentur. Die Ergebnisse fassen sie in einem gemeinsamen Netzentwicklungsplan (NEP) zusammen.