Göppingen Jungmusiker beweisen hohen Leistungsstand

Die Jugendkapelle Bad Boll - hier das Trompetenregister - erspielte sich in der Göppinger Stadthalle einen sehr guten Erfolg. Überhaupt war der Leistungsspiegel beim Wertungsspiel des Blasmusik-Kreisverbands sehr hoch.
Die Jugendkapelle Bad Boll - hier das Trompetenregister - erspielte sich in der Göppinger Stadthalle einen sehr guten Erfolg. Überhaupt war der Leistungsspiegel beim Wertungsspiel des Blasmusik-Kreisverbands sehr hoch. © Foto: Ulrike Luthmer-Lechner
Göppingen / ULRIKE LUTHMER-LECHNER 11.05.2015
Dass die Jugendarbeit im Blasmusik-Kreisverband Göppingen hervorragend aufgestellt ist, bewiesen 184 Jungmusiker bei einem qualitativ hochwertigen Jugend-Wertungsspiel in der Göppinger Stadthalle.

Gleich vier Mal konnte beim Jugend-Wertungsspiel in der Stadthalle das Höchst-Prädikat "mit hervorragendem Erfolg teilgenommen" vergeben werden. Die von Claudia Ströhm, stellvertretende Vorsitzende der Bläserjugend, perfekt organisierte Veranstaltung war geprägt von hohem musikalischem Anspruch. Göppingens Bürgermeisterin Gabriele Zull würdigte die Jugendförderung in den Musikvereinen beim 3. Wertungsspiel für Konzert- und Kammermusik. "Man muss die jungen Leute begeistern und motivieren mit langem Atem, Geduld und dem richtigen Ton."

Bei dem von der Jugendmusikschule Göppingen ausgerichteten Leistungsvergleich zählten Punkte für die sieben Jugendkapellen sowie die sechs Solo-Interpreten und Ensembles. Moderator Robert Glaser stimmte auf die einzelnen Stücke ein und sorgte mit Hintergrundinformationen zu den Bewertungsmodalitäten für Transparenz. Gefragt waren bei den 13 Vorträgen, die sich jeweils aus einem Pflichtstück und einem frei wählbaren Beitrag zusammensetzen, zehn Kriterien. Die Juroren Oliver Bickl, Peter Pfeiffer und Thomas Herz unter dem Jury-Vorsitz von Rainer Kellmayer achteten unter anderem auf Intonation, Dynamik und Klangausgleich, Tempo und Agogik sowie auf die Balance zwischen Holz- und Blechblasinstrumenten. "Das Wertungsspiel ist kein Wettbewerb, sondern ein Spiegel der Team-Leistung, es gibt keine Gewinner, sondern Wertungsprädikate", betonte Kreisverbands-Vorsitzender Roland Ströhm. Trotz der Vorgabe, dass die Spielreife der Instrumentalisten Unterschiede aufweist und die Register in der Spielstärke differieren, überzeugten alle teilnehmenden Gruppierungen mit homogenem Klang. Ob das klangvolle Solo auf dem Altsaxophon von Erik Sachs (MV Aichtal-Neuenhaus), das "Russische Zigeunerlied" mit seinen virtuosen Passagen auf der Querflöte, präsentiert von Noel Lehar vom MV Baltmannsweiler, oder ob ein ganzes Orchester wie der MV Süßen und die mit 70 Instrumentalisten stärkste Formation des Tages, die Jugendkapelle Göppingen, ein großes Klangspektrum ausbreiteten, die fachkundige Jury spitzte aufmerksam die Ohren und notierte die jeweiligen Punkte. Mit viel Freude und äußerster Konzentration präsentierten die Jungen und Mädchen ihre nach Altersstufe und Schwierigkeitsgrad vorbereiteten Stücke. Als einzige in der Oberstufe "schwer" angesiedelt, bestachen die Schützlinge der mit temperamentvoller Stabführung agierenden Martina Rimmele.

Knapp fünf Stunden lang feine sinfonische Blasmusik, und das zum Nulltarif - schade nur, dass kaum Zuhörer den Weg in die Stadthalle fanden.

Die Ergebnisse

Hervorragender Erfolg: MV Baltmannsweiler, Leitung Rita König; MV Neuhausen/Filder, Leitung Peter Egl; MV Süßen, Leitung Peter Egl; Jugendkapelle Göppingen, Leitung Martina Rimmele;

Sehr guter Erfolg: MV Aichtal-Neuenhaus, Leitung Gunnar Merkert; Stadtkapelle Esslingen, Leitung Rita König; MV Ottenbach, Leitung Sina Fuchs; Jugendkapelle Wißgoldingen, Leitung Michael Solleder; MV Beuren, Leitung Manuela Buck; MV Bad Boll, Doppelleitung Walter Popp und Kai Volk; Jugendkapelle Göppingen, Leitung Martina Rimmele; MV Nenningen, Leitung Petra Popp.

Guter Erfolg: Stadtkapelle Plochingen.

SWP