Bildung Junger Syrer begeistert bei Praktikum Senioren

Nabeeh Ayashi beim Frühstückstreff in Aktion.
Nabeeh Ayashi beim Frühstückstreff in Aktion. © Foto: Stadtverwaltung
Göppingen / SWP 06.12.2018

Nur zwei Wochen dauerte das Praktikum des jungen Mannes aus Syrien und schon hat er die Herzen der Besucher des Frühstückstreffs Vergissmeinnicht und der ehrenamtlichen Helfer gewonnen. Dieser Treff für betagte und sozialschwächere Göppinger wird vom Seniorenreferat der Stadt angeboten. Nabeeh Ayashi zeigte enorme Einsatzbereitschaft und musste sich wie jeder Mensch zunächst überwinden, vor einer größeren Runde zu sprechen, wie die Göppinger Stadtverwaltung in einer Pressemitteilung berichtet. Von Vorteil sei  hierbei, dass er sich bereits seit einem Jahr bei Radio Fips in Göppingen engagiere und damit gewohnt sei, in einer fremden Sprache deutlich sprechen zu müssen.

Nabeeh ist 23 Jahre alt – ein gutes Alter, um so viel Neues zu lernen, sagt Pressesprecherin Jeannette Pachwald. Er kam vor drei Jahren nach Deutschland. „Ich möchte diesem Land etwas zurückgeben. Ich bin dankbar, hier aufgenommen worden zu sein“, erzählt er. Das verstehen viele ältere Menschen nur zu gut. Nach dem Zweiten Weltkrieg kamen auch nach Göppingen Flüchtlinge, die viele belastende Dinge erlebt hatten und nicht überall menschlich aufgenommen wurden, heißt es in der Pressemitteilung weiter. Im höheren Alter, wenn die Kräfte nachließen, gehe es ganz von alleine, dass trübe Gedanken aufkommen und die Menschen zweifeln, ob sie noch etwas wert seien. Wenn Nachbarn und Kontaktpersonen diese Zweifel durch ihr Verhalten verstärkten, wachse daraus leichter eine depressive Verstimmung oder Einsamkeit. Habe man jedoch mit Menschen Kontakt, die einem unkompliziert zeigten, wie schön die Welt sein könne, dass jeder Mensch wertvoll sei, dass Perfektion auch hinderlich sein könne  und dass Neues nicht Ängste auslösen müsse, sei das Leben wieder lebenswert. „So bringt Nabeeh ein Stück der weiten Welt in das „Vergissmeinnicht“, weiß Jeannette Pachwald. Er erzählt aus seiner alten und neuen Heimat. „Manchmal fragen mich die Leute, ob es in Syrien auch Autos gibt und Handys“, staunt Nabeeh. „Natürlich ist dies alles vorhanden. Wir haben nicht hinter dem Mond gelebt. Damaskus ist eine Großstadt mit allem Drum und Dran. Nur sind durch den siebenjährigen Krieg die Häuser zerstört. Vieles ist kaputt und zusammengebrochen.“

Sein Betriebspraktikum im Rahmen der Bildungsmaßnahme „Jugend Aktiv“ hat Nabeeh Ayashi im Wesentlichen beim Integrationsmanagement der Stadt  sowie in Teilen in der Volkshochschule absolviert. „Dort war er ebenfalls eine wertvolle Unterstützung. So war seine Beschäftigung als Praktikant bei der Stadtverwaltung für alle Seiten ein Gewinn“, sagt die Pressesprecherin.

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