Schultheater Junge Schauspieler überzeugen

Donzdorf / Lilli Ell 18.06.2018

Die Große Theater-AG des Rechberg-Gymnasiums in Donzdorf unter der Leitung von Klaus Kraner  hatte am vergangenen Wochenende zur Premiere des anspruchsvollen Stoffes „Dr. Jekyll und Mr Hyde“ von R.L.Stevenson geladen. Der seltsame Fall des Dr. Jekyll und Mr Hyde handelt von einem Dr. Henry Jekyll, der angesehen ist und über einen brillanten Intellekt verfügt. Er ist sich aber auch des Dualismus seines Lebens und dem Bösen bewusst, das in ihm lauert. Er kennt die Untiefen in seiner Seele, doch fürchtet er sich davor, sie öffentlich auszuleben, weil er die Kritik der Gesellschaft fürchtet. Im Laufe eines Experiments entwickelt er ein Elixier, das dieses Böse in ihm befreit, indem er einen Menschen namens Edward Hyde erschafft, der das Böse in Reinkultur darstellt. Die Wende tritt ein, als Hyde bei Jekylls Freunden Gefühle erweckt, die Jekyll drängen, seine „Freundschaft“ zu Hyde aufzugeben. Doch Hyde wird immer mächtiger und schlussendlich führt das zum Untergang.

Die ganze Truppe arbeitete in großer Dichte die Charaktere und Besonderheiten der einzelnen Figuren heraus, reif und klug stellten sie Gut und Böse gegenüber und inspirierend erweckte der Darsteller des Dr. Jekyll, gespielt von Henry Bamberger, der seit seiner Jugend um sein gespaltenes Ich weiß, diesen zum Leben. Ines Gajek gab einen beeindruckenden Mr Hyde. In diesen Motiven erkannten die Schülerinnen und Schüler Parallelen zur heutigen Gesellschaft, zum Leistungsdruck, den viele, auch unter den Schülern wahrnehmen und nicht aushalten. Insofern spielten sie sich auch selbst und nicht nur die Gesellschaft von London, was dem Spiel Authentizität verlieh.

Das Bühnenbild und die Kleidung der Spieler nahmen die duale Sichtweise auf, weiß und schwarz oder grau waren die vorherrschenden Farben, Dialoge und Monologe basierten auf den Texten und wurden mit Mimik und Gestik ausgestattet in sehr professioneller Art und Weise. Auch die Darstellung der Gewalt überraschte ob ihrer Professionalität. Erwähnt seien auch die beiden Freunde Utterson, gespielt von René Doster, und Lanyon, gespielt von Eray Capkin, die Sprache und Spiel in sehr gutem Einklang auf die Bühne brachten, wobei die Nebenrollen ebenso stark besetzt waren. Lichteffekte setzten zusätzliche Akzente.

Der Schule kann gratuliert werden zu so einer im Einklang agierenden Gruppe und so einer gelungenen Theateraufführung. Zur Premiere hätte man mehr Zuschauer erwartet, aber es wird ja noch zwei weitere Aufführungen der Theater-AG geben. Am Schluss gab es viel zustimmenden Applaus und eine Sonnenblume für jeden Akteur.

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