Böhmenkirch Junge mit Spielzeugwaffe hält Polizei in Atem

© Foto: Franziska Kaufmann (dpa)
MANFRED BOMM 09.08.2012
Die Beobachtung ließ ein schweres Verbrechen befürchten: Eine Bedienstete des Böhmenkircher Rathauses hatte eine Person erspät, die mit einer Sturmhaube maskiert war, eine schwarze Schutzweste trug und eine Maschinenpistolen-ähnliche Waffe in den Händen hielt. Glücklicherweise ging alles ganz harmlos aus.

Der Vorfall, den die Polizei erst jetzt mitteilte, hat am Dienstagnachmittag für Aufregung gesorgt. Um 13.13 Uhr hatte die Rathaus-Bedienstete den örtlichen Polizeiposten verständigt, der daraufhin aus einiger Entfernung im Bereich Kirch-/Klosterstraße die beschriebene Person entdeckte. Die Bewegungsabläufe, so heißt es, hätten an einen Stadtguerilla-Kämpfer erinnert. Und weil sich die verdächtige Person in Richtung Uhlandstraße entfernt hatte, wurden vorsorglich die beiden im Ortskern angesiedelten Bankfilialen verständigt und aufgefordert, nach der Mittagspause nicht zu öffnen. Um dem vermeintlich schwer bewaffneten Täter auf die Spur zu kommen, wurden weitere Streifenwagen-Besatzungen angefordert – drei aus Geislingen, zwei aus Eislingen. Noch bevor jedoch auch der Polizeihubschrauber eintraf und das Spezialeinsatzkommando (SEK) in Bewegung gesetzt wurde, gelang es den Streifenbeamten, den Fall zu klären. Bei Befragungen von Bewohnern im Bereich Kloster-/Uhlandstraße stießen Ermittler auf einen Familienvater, der ohne Umschweife zugab, dass es sich bei dem Gesuchten wohl um seinen zehnjährigen Buben handle, der in dieser martialischen Montur und mit einer Spielzeug-MP durch die Straßen ziehe. Geislingens Polizeirevierleiter Manfred Malchow zeigte sich darüber verwundert, dass dieses Verhalten des Kindes von den Eltern gebilligt wird.

Der Bub habe aus der Entfernung und aufgrund seiner Bewegungen und der geduckten Haltung durchaus einen Schwerverbrecher befürchten lassen. Nun werde geprüft, ob die Eltern für die Kosten des Einsatzes aufkommen müssen.