Göppingen Junge Menschen wollen Veränderung bringen

Offizielle Einsetzung des neu gewählten Göppinger Jugendgemeinderates: Oberbürgermeister Guido Till überreichte den Jungpolitikern ein „kleines Starterpaket“ mit wichtigen Unterlagen und Fairtrade-Schokolade.
Offizielle Einsetzung des neu gewählten Göppinger Jugendgemeinderates: Oberbürgermeister Guido Till überreichte den Jungpolitikern ein „kleines Starterpaket“ mit wichtigen Unterlagen und Fairtrade-Schokolade. © Foto: Staufenpress
Göppingen / Maximilian Haller 18.05.2018
Die frisch gewählten Mitglieder des Jugendgemeinderates traten ihr Amt an. Zum ersten Mal konnten Jugendliche ihre Stimme auch online abgeben. Das Interesse war aber gering.

Auch große Politiker haben einmal klein angefangen – manche von ihnen sogar im örtlichen Jugendgemeinderat. Nachwuchs-Politiker trafen sich am Mittwoch im Göppinger Rathaus. Dort wurde der neu gewählte Jugendgemeinderat der Hohenstaufenstadt offiziell eingesetzt.

Oberbürgermeister Guido Till verabschiedete die scheidenden Jugendverteter und dankte den Jungpolitikern für ihren Einsatz: „Ich bin froh, dass Jugendliche nach wie vor Engagement zeigen und die Stadt mitgestalten.“ Einige von ihnen werden Göppingen noch weitere zwei Jahre erhalten bleiben – sechs Jugendgemeinderäte wurden auch in den neuen Rat gewählt.

Stadträtin Annemarie Schewe (FWG) sprach stellvertretend für den „großen“ Gemeinderat von der Wichtigkeit des Jugendgremiums: „Wenn ihr nicht wüsstet, wie wichtig das ist, dann wärt ihr nicht hier.“ Dass auch junge Menschen Veränderung bewirken können, zeige sich am Beispiel des ausscheidenden Rates. Dieser habe beantragt, dass auch noch junge Erwachsene bis 20 Jahre in der Politik mitbestimmen können. Der Gemeinderat sei davon laut Schewe anfangs nicht sonderlich überzeugt gewesen. Die Jugendlichen hätten den Antrag in einer Sitzung jedoch „so überzeugt und so überzeugend“ vorgestellt, dass der Gemeinderat ihn schließlich befürwortet habe.

OB Guido Till verpflichtete die Mitglieder des im April neu gewählten Jugendgemeinderates anschließend auf ihr Amt. Viel Arbeit steht dem Rat bevor. Die Wählerforderungen reichen von freiem W-Lan in Schulen und in der Innenstadt bis hin zu mehr Treffpunkten für Jugendliche. Im Juni reisen die frisch gewählten Jugendvertreter nach Schwäbisch Hall und werden dort in ihre Rechte und Pflichten eingeführt.

„Der Jugendgemeinderat wird tatsächlich ins politische Geschehen eingebunden“, erklärte Almut Cobet, Göppingens Erste Bürgermeisterin. So wähle der Rat beispielsweise einen Sachkundigen für den Ausschuss für Soziales und Schulen und für den Kultur- und Sportausschuss. Der Rat sei ein sehr wichtiges Beteiligungsgremium für die Stadt, so Cobet.

Enttäuschung über sehr geringe Wahlbeteiligung

Online-Wahl Zum ersten Mal hatten Jugendliche die Möglichkeit, online an der Wahl teilzunehmen.

Wahlbeteiligung Von 4508 Wahlberechtigten haben 388 ihre Stimme abgegeben. Das entspricht einer Wahlbeteiligung von 8,6 Prozent. Im Rathaus zeigte man sich von dem Ergebnis enttäuscht. Aufgrund des „niederschwelligen Verfahrens“ habe man auf eine höhere Beteiligung gehofft, sagte Almut Cobet.

Prozentual war die Wahlbeteiligung in etwa gleich hoch wie vor zwei Jahren. Durch Anheben des Wahlalters auf 20 Jahre gab es in diesem Jahr jedoch 1120 zusätzliche Stimmberechtigte. Cobet sah in der niedrigen Wahlbeteiligung kein Zeichen für Politikverdrossenheit, sondern die Frage, ob eine reine Online-Wahl das richtige Format gewesen sei.