Göppingen Junge Frau verschickt Kinderpornos

Göppingen / Maximilian Haller 25.05.2018
Eine 25-Jährige wurde vom Amts­gericht Göppingen für die Verbreitung von Kinder­pornographie verurteilt.

Wegen des Vorwurfs, kinderpornographische Schriften verbreitet, erworben und besessen zu haben, musste sich eine 25-Jährige aus dem Landkreis vom dem Amtsgericht Göppingen verantworten. Laut Staatsanwaltschaft habe die Angeklagte im März 2017 eine zweiminütige Videodatei mit eindeutig kinderpornographischem Inhalt an mehrere Personen per WhatsApp verschickt. Die 25-Jährige sagte vor Gericht aus, sie habe das Video von einer Freundin aus ihrem Heimatland Gambia erhalten. Daraufhin habe sie es an insgesamt sieben Menschen geschickt, um diese vor dem Inhalt des Videos zu warnen. Laut eigener Aussage war  die Angeklagte in der Vergangenheit selbst Opfer sexueller Gewalt. Sie habe ihre Freundinnen durch Versenden des Videos auf die Angelegenheit aufmerksam machen wollen. Diese sollten laut Aussage der 25-Jährigen aufpassen, dass ihre Kinder nicht ebenfalls sexuelle Gewalt erfahren.

Einer der Empänger war der Betreuer der Angeklagten, die in einer Asylunterkunft wohnt. Der 34-Jährige meldete den Vorfall der Polizei. In einem anschließenden Gespräch mit der Angeklagten habe diese ihm gesagt, die Nachricht versehentlich versendet zu haben. Darüber hinaus sei ihr nicht bewusst gewesen, dass die Weitergabe von Kinderpornographie in Deutschland illegal ist.

Die Staatsanwältin forderte neun Monate Freiheitstrafe, ausgesetzt auf drei Jahre Bewährung. Die Richterin verurteilte die 25-Jährige zu sieben Monaten Gefängnis. Die Strafe wurde für zwei Jahre zur Bewährung ausgesetzt. Darüber hinaus wurde die Angeklagte zu 50 Stunden gemeinnütziger Arbeit verurteilt, zudem wird ihr Mobiltelefon eingezogen.

Das Urteil begründete die Richterin damit, dass kein Verbotsirrtum vorliege. Die Angeklagte habe sich zum Tatzeitpunkt bereits ein Jahr in Deutschland aufgehalten und hätte sich über die Rechtslage informieren können. Auch die Begründung der 25-Jährigen für das Verschicken des Videos hielt die Richterin für unlogisch: „Auch wenn Sie dieses Video zum Schutz versendet haben, helfen Sie den Kindern damit in keinster Weise.“ Allerdings sei die Angeklagte als Frau „nicht der übliche Typ“, was Fälle von Kinderpornographie angehe. Dies ändere zwar nichts am Tatbestand, jedoch am Strafmaß. Die Angeklagte sei zudem nicht vorbestraft und habe sich geständig gezeigt. Aus diesem Grund verhängte die Richterin eine Strafe von sieben Monaten.

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