Aktion Jugendliche fordern in einem Musikvideo Frieden für Syrien

In den Resten des einstigen Bundeswehrdepots zwischen Schorndorf und Wangen wurde Krieg gespielt. Dieses Mal für ein Musikvideo mit Friedensbotschaft.
In den Resten des einstigen Bundeswehrdepots zwischen Schorndorf und Wangen wurde Krieg gespielt. Dieses Mal für ein Musikvideo mit Friedensbotschaft. © Foto: staufer.press
Wangen / WERNER SCHMID 05.06.2016
Beklemmende Szenen im einstigen Bundeswehrdepot bei Oberberken: Uniformen, Gewehre, Wunden - aber zum Glück ist das alles nicht echt.
Bewaffnete Soldaten gaben dem einstigen Bundeswehrdepot zwischen Oberberken und Wangen einen neuen Hauch des Todes. Mit Schnellfeuergewehren bewaffnet, teils maskiert, huschten die Uniformierten durch die zerfallenden einstigen Wachstuben. Rauch zog hoch, aber er stammte von kleinen Papierfeuern . . . Das Ganze stellte sich schnell als Filmset heraus für ein Musikvideo. „Frieden für Syrien" oder „Peace for Syria“ heißt der deutsch-arabische Song, dessen lyrischer Inhalt am Samstag optisch aufbereitet wurde.

Dahinter steht ein Bündnis Jugendlicher, die die gleiche Klasse in der Waldorfschule in Faurndau besuchen. Sie produzieren nicht nur das Video, sondern haben am Sonntag auch zu einer Friedenskundgebung aufgerufen, die von der Zachersmühle nach Göppingen führte.

Über die Göppinger Grünen lernten die Jugendlichen einen syrischen Jugendlichen kennen, der vor etwa neun Monaten mit seiner Familie auf abenteuerlichen Wegen aus Damaskus über Ägypten geflohen war und schließlich in Deutschland landete. Der 15-Jährige ist Musiker, trägt den Künstlernamen McManar, und gemeinsam mit ihm schrieben die deutschen Jugendlichen das Lied „Peace for Syria“, das dem Video und der Friedensaktion das Motto gab.

Der Adelberger Jungfilmer Simon Hoffmann führt Regie, Simon Schneider die Kamera und die beiden 13 Jahre alten Kinder Arina aus dem Iran und Arash aus Afghanistan sind zwei Nachwuchsschauspieler. Sie sehen mit ihren aufgeschminkten blutigen Wunden ziemlich echt aus. Wobei Arash etwas enttäuscht feststellt: „Ich dachte, das wird ein richtiger Kinofilm.“

„Peace for Syria“ wird allerdings eher im Internet zu besichtigen sein. Premiere werde jedoch am 16. Juli in Adelberg während des „Open-Air-Lichtspiels“ sein. Den jungen Leuten ging es vor allem darum, Engagement zu zeigen: „Wir wollen ein Zeichen setzen. Zeigen, dass nicht alle nach Hause gehen, sondern dass es auch andere Jugendliche gibt“, sagten Jaron Götz und Julian Arend. „Wir wollen als junge Generation Frieden. Wir wollen etwas bewegen und nicht am Smartphone hängen.“

Daher haben sich die Waldorf-Schüler auch von schmalen Budget für das Musikvideo nicht abhalten lassen. Zwar gebe es einen Zuschuss von der Sparkasse und auch von der Stadt Göppingen, aber viel haben sie selbst organisiert: „Es steckt viel ehrenamtliche Arbeit drin.“ Nach den Dreharbeiten findet die musikalische Aufbereitung statt, für die es noch einige Tage ins Studio geht. Die Musik werde live eingespielt und vom PC aus, sagten Götz und Arend.

Weitere Informationen zum Thema auf Facebook von der Kemperly-Filmproduktion; Grenzgänger, die Band und die Musiker; und zu dem syrischen Flüchtling und Musiker McManar.

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