Historie Jüdische Geschichte des Sudentenlandes als Schwerpunkt

Das neue Schönhengster Jahrbuch.
Das neue Schönhengster Jahrbuch. © Foto: Schönhengster Heimatbund
Margit Haas 04.01.2017

„Was wollt Ihr ständig mit dem Heimatgetue?“, wird Gerhard Müller immer wieder gefragt. Der Obmann der Schönhengstgauer ist sich sicher: „Unser Jahrbuch gibt Antwort darauf, warum die Einwohner von gestern nicht loslassen können.“ Das Jahrbuch des Schönhengstgauer Heimatbundes thematisiert aber beispielsweise auch „die Normen und Formen der neuen Heimat von heute und morgen“.

Seit mehr als 60 Jahren gibt der Schönhengster Heimatbund jährlich ein Heimatbuch heraus, das an längst vergangene Ereignisse und fast vergessene Gebräuche erinnert, das aber immer auch der Gegenwart verpflichtet ist. In das aktuelle Jahrbuch seien „Persönlichkeiten aufgenommen, die etwas Besonderes zum Wohle, zur Dokumentation oder auch zum Ansehen unserer Schönhengster Heimat sowie einer ihrer Orte beigetragen haben“, so Müller. Es trage dazu bei, „die große Kulturgeschichte des Schönhengstgau in unvergesslicher Erinnerung zu halten“, so Göppingens Oberbürgermeister Guido Till in seinem Grußwort.

Dr. Fritscher und Dietlinde Jenisch, die das Jahrbuch zusammengestellt haben, ist es wieder gelungen, zum einen der Erinnerung Raum zu geben und gleichzeitig den Blick auf Gegenwart und Zukunft nicht zu verlieren. Ein Schwerpunktthema in diesem Jahr ist auch die jüdische Geschichte des Sudentenlandes. Es sei „mit gutem Recht moniert“ worden, so Dr. Fritscher, dass dies bislang weitgehend ausgespart blieb. Verschiedene Autoren haben sich des Themas angenommen. Es sind aber auch ganz persönliche Geschichten zu lesen wie die „Familienforschung“ von Jürgen Sturma. Verdiente Mitarbeiter werden vorgestellt und Künstler wie der Maler Franz Fiebinger porträtiert. Einige seiner Holzschnitte waren im Sommer in der renommierten Kunsthalle Schirn in Frankfurt zu sehen. Die Zwittauer Malerin Christine ­Hohensinner erlebt das Alltägliche „als eine Fülle von Lebendigem“, das dargestellt werden will. Industriegeschichte wird lebendig im Text zur Rothmühler Textilerzeugung. Hannelore Linhart erinnert an das Schönhengstgau der 1960er Jahre. Ein reich bebilderter Beitrag lässt die Deutsch-Tschechischen Kulturtage 2016 noch einmal lebendig werden.

Der Bilderbogen zum Fasching einst und heute zeigt, dass bestimmte Bräuche erhalten geblieben sind. Kurze Berichte erinnern an Ausstellungen im Göppinger Museum Storchen und in der Kulturmühle Rechberghausen.

Margit Haas

Info Das Schönhengster Heimatbuch ist beim Schönhengstgauer Heimatbund, Schlossstraße 14, Göppingen,
Tel. (07161) 146 40, oder im Buchhandel erhältlich (ISSN 2193-5521).