Göppingen Jubiläum im Freibad

Aus der Vogelperspektive waren die Anlagen des Göppinger Freibads im Jahr 1962 gut zu überblicken: Deutlich sieht man die Becken, den Sprungturm und die Ankleideräume. Foto: Archiv
Aus der Vogelperspektive waren die Anlagen des Göppinger Freibads im Jahr 1962 gut zu überblicken: Deutlich sieht man die Becken, den Sprungturm und die Ankleideräume. Foto: Archiv
Göppingen / ELKE BERGER 11.08.2012
Doppeltes Jubiläum im Göppinger Freibad: Fast genau 25 Jahre nach der Eröffnung lief am 6. August 1962 der dreimillionste Badegast durchs Tor. Direktor Hermann Winter blickte zurück auf die Geschichte des Bads.

Es war der große Tag des 14-jährigen Schülers Hartmut Komm aus Göppingen. Als er am frühen Nachmittag das Freibad betrat, wurde er von Oberbürgermeister Dr. Herbert König, dem Stadtwerke-Direktor Hermann Winter sowie Bademeister Hans Bräutigam empfangen und bekam Geschenke überreicht: Blumen, eine Liege und eine Jahreskarte. Die NWZ dokumentierte die Preisübergabe mit Foto.

Drei Millionen Besucher, das waren 120 000 in jedem Jahr seit der Eröffnung am 6. Juni 1937. Besucherrekorde hatten die Jahre 1952 und 1959 mit je 205 000 Besuchern erreicht. Bis zur Eröffnung blieb den Göppingern zum Schwimmen nur der leidlich ausgebaute Barbarossasee. Da die Stadt aber ständig wuchs, wurde von der Stadtverwaltung der Bau eines Freibades als dringlich eingestuft.

Schon 1935 wurden die ersten Gespräche geführt und die ersten Planungen gemacht. Der finanzielle Aufwand von damals 165 000 Reichsmark wurde nicht nur durch Stadt und Wasserwerke gedeckt, sondern auch durch private Spenden aus der Bevölkerung, die ein "erkleckliches Sümmlein", nämlich 75 000 Reichsmark, einbrachten. Eine Göppinger Baufirma hatte sich sogar bereit erklärt, kostenlos den Bau des Sprungturmes zu übernehmen, die Beamten und Angestellten der Stadt wiederum ließen sich drei Monate lang einen ansehnlichen Betrag von ihrem Gehalt abziehen.

Schon zum Richtfest im Juli 1936 fanden sich zahlreiche Vertreter württembergischer Städte und Gemeinden am Bauplatz ein, um sich die mustergültige Anlage zum Bau eigener Freibäder als Vorbild zu nehmen.

Bis zum Jahr 1962 erfuhr das Freibad einige Neuerungen, so wurde zum Beispiel ein Trinkbrunnen installiert, aus dem Sauerwasser sprudelte. Zu den deutschen Schwimmmeisterschaften 1950 bekam das Bad eine Lautsprecheranlage, die Liegewiesen wurden erweitert und eine weitere Wasseraufbereitungsanlage eingebaut. Vielerseits wurde das Göppinger Freibad 1962 als eines der schönsten Freibäder Süddeutschlands bezeichnet.

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