Göppingen Jetzt Tempo 30 auf einem Abschnitt der Sankt Galler Straße

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TOBIAS FLEGEL 28.03.2013
Ein Jahr soll der Verkehr nur mit 30 Kilometer in der Stunde über einen Teil der Sankt Galler Straße in Faurndau rollen. Sorgt der Probelauf für mehr Ruhe, will die Stadt die Begrenzung beim Kreis durchsetzen.

Die lärmgeplagten Anwohner der Sankt Galler Straße in Faurndau haben einen Etappensieg errungen. Die Stadt Göppingen will die Höchstgeschwindigkeit zwischen dem Kreisverkehr und Ortsausgang von 50 auf 30 Kilometer in der Stunde senken. Diesen Vorschlag unterbreiteten ihnen am Dienstagabend Oberbürgermeister Guido Till und der Leiter des Verkehrsreferats, Klaus-Ulrich Laib, bei einem Treffen im alten Rathaus.

Die neue Begrenzung soll zunächst für ein Jahr gelten. "Sonst bekommen wir das bei den Behörden nicht durch", erklärte Till. Verringere der Versuch den Verkehrslärm, wolle sich die Stadt für ein dauerhaftes Tempolimit beim Landratsamt einsetzen. Die Behörde ist für die nach Jebenhausen weiterführende Kreisstraße verantwortlich.

Die Betroffenen sind mit der Übergangslösung fürs erste einverstanden. "Wir können zufrieden sein", sagte Lonie Siepenkothen. Die Sprecherin der Interessengemeinschaft Sankt Galler Straße wertet die Übereinkunft aber nur als Teilerfolg. Viele der Anwohner fänden erst mehr Ruhe, wenn schwere Lastwagen über zwölf Tonnen nicht mehr durch den Ort fahren.

Mit diesem Wunsch stößt die Interessengemeinschaft jedoch auf taube Ohren. "Der Kreis sieht keine Notwendigkeit, die Straße für Zwölftonner zu sperren", sagte Klaus-Ulrich Laib. Das Landratsamt habe kaputte Stellen im Asphalt erst vor kurzem ausbessern lassen. Für die Behörde steht fest: Der Lärmpegel kann durch Schlaglöcher nicht steigen.

Diese Einschätzung teilen die Anwohner nicht. "Die Straße ist sehr wohl sanierungsbedürftig", sagte Siepenkothen. Neben der Mauer sei der Asphalt brüchig. "Das ist zu laut, wenn die Laster darüber fahren." Die Wucht der schweren Fahrzeuge bringe die umstehenden Häuser zum Vibrieren.

Deren Bewohner dürfen sich ein Verbot für den Schwerlastverkehr zunächst aus dem Kopf schlagen. Daran dürfte auch Laibs Eingeständnis nichts ändern, dass das Landratsamt die Straße nur außerhalb Faurndaus sanieren ließ. "Wir können ihnen nicht das Paradies schaffen", dämpfte Guido Till die Erwartungen. Die Betroffenen müssten sich damit abfinden, dass sie nicht an einer lauschigen Strecke, sondern einer Verkehrsachse wohnen.

Die Wirkung der neuen Geschwindigkeitsregel will die Stadt genau prüfen. "Wir führen kontinuierlich Messungen durch", kündigte Till an. Er versprach den Anwohnern außerdem, das neue Tempolimit auf die Straße malen zu lassen und nach Verbesserungsmöglichkeiten beim Hirschplatz sowie Kreisverkehr zu suchen. Weiterhin stehen bleiben soll auch die stationäre Blitzanlage am Ortseingang.