Kreis Göppingen Jede Minute zählt

Arbeiten im Regionalen Trauma-Zentrum an der Klinik am Eichert in Göppingen: Sven Augstein, Matthias Fischer, Iris Lasser und Christoph Ulrich (v.l.). Foto: Andrea Maier
Arbeiten im Regionalen Trauma-Zentrum an der Klinik am Eichert in Göppingen: Sven Augstein, Matthias Fischer, Iris Lasser und Christoph Ulrich (v.l.). Foto: Andrea Maier
Kreis Göppingen / SWP 10.01.2012
Die Klinik Am Eichert in Göppingen hat jetzt ein zertifiziertes "Regionales Trauma-Zentrum". Ein interdisziplinäres Team arbeitet daran, die Versorgung Schwerverletzter beständig zu verbessern.

Ein Unfall im Haushalt, im Betrieb, in der Freizeit - Verletzte, schwerverletzte Menschen, Notarzt, Rettungssanitäter, Blaulicht, Martinshorn - jede Minute zählt. Noch vom Unfallort aus sendet der Notarzt über ein mobiles Faxgerät eine erste Diagnose in die Klinik, dort greifen augenblicklich viele Bereiche ineinander. Schockraum, bildgebende Verfahren, Anästhesie, Chirurgie, Intensivmedizin - alles wird in Windeseile vorbereitet. Eine erste Diagnose ist nach höchstens 20 Minuten abgeschlossen, die notwendige Behandlung steht nach spätestens 30 Minuten fest.

Allgemein- und Unfallchirurgie, Anästhesie, Intensiv- und Innere Medizin, Radiologie, Sonografie und die jeweils speziell ausgebildeten Pflegenden und technischen Assistentinnen gehören zum Basis-Team. Bei Bedarf sind Gynäkologie, Kinderheilkunde oder andere Fachrichtungen sogleich zur Stelle.

Die Arbeit des fachübergreifenden Teams im "Regionalen Trauma-Zentrum" ist jetzt zertifiziert. "Auch bisher haben wir alles Menschenmögliche getan, um Verletzte bestmöglich zu versorgen", betont Chefarzt der Unfallchirurgie Prof. Christoph Ulrich. Sein Kollege, Prof. Matthias Fischer, Chefarzt der Anästhesie am Eichert, ergänzt: "Mit dem Ziel der Zertifizierung zum ,Regionalen Trauma-Zentrum haben wir all unsere Erfahrung gebündelt, jedes Detail in den Abläufen überprüft und noch mehr überlebenswichtige Zeit eingespart."

Die beiden Chefärzte bringen ihre jahrzehntelange Erfahrung mit sogenannten Polytraumata, also mehrfachen Verletzungen, nicht nur in der Klinik am Eichert ein, sondern auch in regionalen und überregionalen Trauma-Netzwerken. In diesen Zusammenschlüssen wurden unter der Mitarbeit von Prof. Fischer und Prof. Ulrich Richtlinien und Ablaufprotokolle erstellt, die im Ernstfall helfen, noch mehr kostbare Sekunden zu gewinnen. Das Engagement, das Können und die Erfahrung aller Beteiligten, so die beiden Spezialisten, bilde in der Summe eine Trauma-Versorgungsqualität, die "für ein Haus unserer Größenordnung sehr beachtlich ist".

Dr. Iris Lasser und Dr. Sven Augstein leiten den Schockraum und die regelmäßigen Qualitätszirkel des Trauma-Zentrums. Die beiden Oberärzte achten darauf, dass in der intensiven Kooperation von Unfallchirurgie, Anästhesie und den anderen Fachabteilungen jeder einzelne Handgriff und jeder Ablauf kritisch überprüft und bis in kleinste Details immer wieder verbessert wird. "Wir wollen unser hohes Niveau nicht nur halten sondern ständig verbessern".

Etwa 50 Schwerstverletzte pro Jahr verdanken dem engagierten Team des Trauma-Zentrums im Landkreis ihr Leben. Rund 150 schwerverletzten Frauen und Männern pro Jahr kann Dank der reibungslosen, blitzschnellen Zusammenarbeit verschiedener Disziplinen wesentlich bei der Bewältigung ihrer schwerwiegenden Traumata (Verletzungen) geholfen werden. "Von großer Bedeutung ist dabei nicht zuletzt die hervorragende Zusammenarbeit mit den Rettungsdiensten im Landkreis", betont Prof. Matthias Fischer.