Simon Schenavsky ist ein höflicher und eher zurückhaltender Mensch. Kritik in der Öffentlichkeit zu äußern, das ist seine Sache nicht. Gleiches erwartet der Unternehmer und Investor des geplanten Einkaufszentrums „Agnes“ in der Bleichstraße auch von seinen Gesprächspartnern, in diesem Fall von Oberbürgermeister Guido Till, auf den Schenavsky derzeit nicht so gut zu sprechen ist.

Der Göppinger Rathauschef hatte Anfang des Monats öffentlich festgestellt: „Die Zeit der Einkaufszentren ist vorbei. Ich glaube da nicht mehr dran.“ Eine „konkrete Bebauung“, so Till, sei in der Bleichstraße nicht mehr zu erwarten. Bei einem Treffen im Februar hatte Till Schenavsky vorgeschlagen, die Verkaufsfläche in dem geplanten Komplex massiv zu reduzieren oder das ganze Gelände samt bisheriger Planung an die Stadt zu verkaufen.

Daraus wird nichts. Auf Nachfrage der NWZ sagte der Augsburger Unternehmer klipp und klar: „Es ist aus unserer Sicht gar keine Frage: Das ,Agnes’ in der Bleichstraße wird gebaut.“ Alle planerischen und baulichen Voraussetzungen hierfür seien in den vergangenen Monaten geschaffen worden. Die Baugrube stehe, die Göppinger Firma Leonhard Weiss sei mit dem Rohbau beauftragt worden und auch weitere Aufträge seien „schon vergeben oder befinden sich in weit fortgeschrittenen Verhandlungen“. Das „Agnes“ werde „bereits in den nächsten Wochen anfangen, in die Höhe zu wachsen“.

Tatsächlich sind die Investoren nach Informationen der NWZ inzwischen auch im Besitz des sogenannten „Roten Punkts“, also der abschließenden Baugenehmigung, für die zunächst ein verantwortlicher Bauleiter gefunden werden musste, was sich schwierig gestaltete. Diesen gibt es jetzt offenbar, er kommt von einem Stuttgarter Unternehmen für Baumanagement, das bundesweit Bauvorhaben betreut.

Welchen Appell der Unternehmer an die Stadtverwaltung richtet und was Schenavsky noch zur öffentlichen Kritik von OB Till zu sagen hat, das lesen Sie in der Samstagsausgabe der NWZ sowie im Vorabend-E-Paper.