Dein siebtes Album heißt nur "Max". Das klingt nach einem sehr persönlichen Album. Ist es das?

MAX MUTZKE: Ja. Jeder Song ist von mir geschrieben. Zwar immer mit einer zweiten Person, da ich das für sehr inspirierend halte und es mir eine gewisse Sicherheit gibt, mich nicht zu verfranzen.

Die Scheibe klingt sehr eingängig, poppig. War das jazzigere Vorgänger-Album ein Ausreißer?

MUTZKE: Ich habe vier Jahre an "Max" gearbeitet. Zwischenzeitlich hatte ich aber keine Lust mehr gehabt, auf all die Mainstream-Aspekte in der Musik zu achten. Ich wollte Musik machen, die jeglichen Mainstream-Gedanken ausschloss, und habe ein Jazz-Album gemacht. Lustigerweise war das seit dem Grandprix-Auftritt von 2004 mein größter Erfolg. In der Zwischenzeit habe ich aber immer für das jetzige Album weiter geschrieben. Nur wurden meine Songs und Texte so unterschiedlich, dass ich nicht mehr wusste, wie das Album überhaupt klingen soll. Das hat zu richtigen Identitätskrisen und zum Schluss zu existenziellen Ängsten geführt. Ich brauchte jemanden, der mir hilft, wieder einen ganz klaren Weg zu finden. Jemand der - im Gegensatz zu mir - weiß, wie Max klingen muss. Andreas Herbig, einer der "Bigshots" der deutschen Produzenten, hat mit mir diese Vision wieder erarbeitet.

In den Song "Welt hinter Glas" kann sich jeder gleich reinfühlen, der mal mit seiner Freundin im Urlaub war. Hat das Lied mit dir zu tun?

MUTZKE: Ja. Absolut. Ich kann mich noch so gut daran erinnern, als ich auf meine Verpflichtungen gepfiffen habe, wir kinderlos waren und abends spontan beschlossen: "Komm, wir fahren jetzt einfach los, und morgen früh sind wir rechtzeitig zum Sonnenaufgang am Mittelmeer." Es war die Spontanität und Lebensfreude, die das Leben wertvoll machte. Immer noch gibt es diese Momente in meinem Leben.

Spätestens seit Taylor Swifts Erfolg gegen Apple Music ist ja einiges in Bewegung geraten. Wie stehst du dazu?

MUTZKE: Ich empfinde die Entwicklung hin zum Streamen der Musik beängstigend und bedrohlich. Stell dir vor, du kaufst dir für zehn Euro einen Gutschein, für den du den ganzen Monat lang Lebensmittel besorgen kannst. Wie lang dauert es, bis es keine Metzgerei, keinen Bäcker, keinen Supermarkt mehr gibt, bei dem man gesundes, wertvolles Essen bekommt? Wir würden alle billigsten Schund, größten Schrott bekommen und irgendwann gar nichts mehr. Nur weil es möglich ist, Musik, Filme, Bücher auf diesem Weg zu bekommen, heißt es nicht, dass es okay ist. Musik wird durch diese Vertriebsart inflationär.

Du kommst zum fünften Mal nach Adelberg. Fühlst du dich hier besonders wohl, oder hat es sich einfach so ergeben?

MUTZKE: Es hat sich so ergeben, aber eben weil ich mich sehr wohl bei euch fühle. Es macht mir großen Spaß, mit den Lumberjacks auf der Bühne zu stehen. Diese Jungs haben sich so unglaublich entwickelt. Das verdienst höchsten Respekt. Zu Beginn meiner Zusammenarbeit hat es sich für mich eher angefühlt wie Jugendarbeit. Junge, ambitionierte Menschen entdecken unter der bedingungslos Hingabe und höchsten Leidenschaft von Alexander Eissele Musik. Mittlerweile waren Gäste wie Cassandra Steen, Helge Schneider oder Klaus Doldinger mit dabei. Und jetzt? Jetzt ist dieser Haufen junger Musiker zu einer Bigband zusammen gewachsen, die bald keinen Vergleich mehr scheuen muss zu den ganz großen Bigbands hier in Deutschland.

Was können deine Fans erwarten?

MUTZKE: Einen ganz und gar unvergesslichen Abend. Es stimmt einfach alles: Besetzung, Gäste, Publikum und Veranstaltungsort.

Zur Person

Bekannt wird der im Südschwarzwald geborene Max Mutzke (34) im Jahr 2004. Mit dem von Stefan Raab geschriebenen Song "Can't wait until Tonight" vertritt er Deutschland beim Eurovision Song Contest in Istanbul und belegt den achten Platz. Das folgende Album "Max Mutzke", das im Januar 2005 erscheint, steigt auf Platz eins in die deutschen Charts ein. Inzwischen hat der Sänger mit "Max" sein insgesamt siebtes Album veröffentlicht.