Göppingen INTERVIEW: Mario Kreh vermarktet die EWS-Arena

"Dank unseres Nutzungskonzepts konnten wir die branchenüblichen Defizite vermeiden": Mario Kreh von der EWS-Arena Betriebsgesellschaft.
"Dank unseres Nutzungskonzepts konnten wir die branchenüblichen Defizite vermeiden": Mario Kreh von der EWS-Arena Betriebsgesellschaft. © Foto: Giacinto Carlucci
Göppingen / HELGE THIELE 01.08.2015
Am Samstagabend steigt in der EWS-Arena die Frisch Auf Players' Night. Mario Kreh, Geschäftsführer der Betriebsgesellschaft der Arena, freut sich, dass die Firma EWS für weitere sieben Jahre die Namensrechte behält.

Herr Kreh, die Firma EWS Tool Technologies aus Uhingen hat vorzeitig den Namensrechtevertrag für die EWS-Arena um weitere sieben Jahre verlängert. Was bedeutet das für Sie?

MARIO KREH: Das ist für uns natürlich eine tolle Nachricht, vor allem, da hierzu keine langwierigen Verhandlungen notwendig waren, sondern beide Seiten schon früh ihr Interesse bekundet hatten. Rein wirtschaftlich betrachtet, sorgt diese langfristig angelegte Partnerschaft weiter für Stabilität, darüber hinaus ist die Zusammenarbeit auch auf der zwischenmenschlichen Ebene sehr angenehm. Für uns ist die Verlängerung ein absoluter Volltreffer.

Wie ist es denn um die wirtschaftliche Stabilität der Betriebsgesellschaft der EWS-Arena bestellt?

KREH: Im Großen und Ganzen sind wir zufrieden. Dank unseres Nutzungskonzepts konnten wir die branchenüblichen Defizite vermeiden und jedes unserer bisherigen sechs Geschäftsjahre ausgeglichen gestalten. Es gibt bundesweit nicht viele Arenen, die das von sich behaupten können.

Woran liegt das? Was ist das Besondere an Ihrem Nutzungskonzept?

KREH: Die EWS-Arena ist nicht nur eine Multifunktionsarena für Spitzensportler und Künstler, sondern genauso auch eine Sporthalle für Schüler und Amateursportler. Diese nutzen die beiden Spielfelder an jedem Schultag durchgehend von 7.30 bis 22 Uhr und sorgen so für eine extrem hohe Grundauslastung. Ergänzt durch unsere Veranstaltungen kommen wir so auf eine durchschnittliche Belegung an etwa 330 Tagen im Jahr. Auch das ist eine Zahl, mit der wir im nationalen Vergleich weit oben stehen.

Gibt es da nicht manchmal auch Probleme, wenn so viele unterschiedliche Nutzer die Halle nutzen?

KREH: Die hohe Auslastung führt immer wieder zu Überschneidungen, die nur dank einer extrem hohen Flexibilität und Kompromissbereitschaft bei allen Nutzern, nicht zuletzt bei den Schulen und Vereinen, behoben werden können. Ich möchte die Gelegenheit an dieser Stelle nutzen, um mich dafür bei allen Beteiligten ausdrücklich zu bedanken.

Die EWS-Arena ist vor sechs Jahren aus dem Umbau der Hohenstaufenhalle entstanden. Welche Höhepunkte gab es seitdem?

KREH: Davon gibt es viele und eine vollständige Auflistung ist in diesem Rahmen sicher nicht möglich. Das fing schon mit der tollen Eröffnungsfeier im Juli 2009 an, aber natürlich gehören dazu auch die sportlichen Erfolge von Frisch Auf Göppingen, allen voran der EHF-Cup-Sieg in eigener Halle. Ebenso das Finale der Fußball-WM im vergangenen Jahr, das wir als Public Viewing mit mehr als 5000 Fans ausgelassen feiern konnten. Hinzu kommt der Auftritt der damals noch etwas unbekannteren Jungs von Boss Hoss oder zum Beispiel die Shows von Bülent Ceylan, Sascha Grammel und den Flippers.

Was erwartet die Besucher in Zukunft? Gibt es besondere Veranstaltungen, die geplant sind?

KREH: Zuerst einmal freuen wir uns jetzt darauf, den 1.000.000. Besucher seit Eröffnung der EWS-Arena begrüßen zu dürfen. Das macht etwa 175.000 Besucher im Jahr und einen Wert, mit dem wir sehr zufrieden sind. Außerdem haben wir insbesondere für das Frühjahr 2016 wieder eine Fülle an tollen Künstlern, unter anderem die Ehrlich Brothers, Martin Rütter und die Kastelruther Spatzen. Gespannt sind wir auf die Harlem Globetrotters mit ihrer mitreißenden Familien-Show. Die meisten dieser Künstler sind übrigens ,Wiederholungstäter', die schon öfter bei uns zu Gast waren. Das sehen wir als gutes Zeichen dafür, dass sie sich in Göppingen wohlfühlen.

Und es gibt die Bewerbung für die Handball-WM der Frauen 2017. . .

KREH: Ja, wir haben uns als Ausrichter für die Frauen-Handball-WM beworben. Hier laufen gerade die Auswahlverfahren und wir hoffen, dass die EWS-Arena im Dezember 2017 Standort einer Vorrunden-Gruppe wird.

Seit dem Beginn des Umbaus der Hohenstaufenhalle sind jetzt acht Jahre vergangen, in denen z um Beispiel in Ludwigsburg und Ulm zwei neue Arenen gebaut wurden. Ist der Konkurrenzdruck gewachsen?

KREH: Das ist sicher eine Tatsache, die uns in Zukunft noch stärker zu schaffen machen könnte. Beide Arenen wurden ganz neu gebaut und konnten sich damit komplett an den Anforderungen des Veranstaltungsmarkts orientieren. Die EWS- Arena dagegen ist zwar für den Profihandball sehr gut geeignet und durch ihren Charme und ihre Tradition sicher eine ganz besondere Arena. Allerdings gibt es noch ein paar nicht zu unterschätzende Defizite insbesondere für die Nutzung bei Konzerten oder Comedy-Veranstaltungen.

Welche Defizite sind das und welche Auswirkungen haben diese?

KREH: Zum Beispiel reicht die Traglast der Dachkonstruktion nur in Ausnahmefällen aus, um die notwendige Ton- und Lichttechnik aufzuhängen. Die Veranstalter behelfen sich mit kostspieligen, stehenden Traversenkonstruktionen, die eine Veranstaltung teurer machen und uns damit unattraktiver im Vergleich mit unseren Wettbewerbern. Für uns wird es deshalb eine zentrale Aufgabe bleiben, diese Defizite schrittweise zu beseitigen, um weiterhin als attraktive Veranstaltungsstätte am Markt bestehen zu können.

Zur Person

Mario Kreh ist 37 Jahre alt und seit Juli 2012 Geschäftsführer der EWS-Arena Betriebsgesellschaft. Bereits seit Juli 2001 ist Kreh für die Göppinger Agentur Saltico tätig, die die Betriebsgesellschaft gegründet hat. Mario Kreh wohnt in Ludwigsburg.

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