Was muss ein Besucher der Märklin-Tage unbedingt gesehen haben?

ERIC-MICHAEL PESCHEL: Auf jeden Fall den Bahnhof in Göppingen. Denn dort zeigen wir 20 Lokomotiven, darunter viele Dampfloks, die alle auch unter Dampf stehen. Außerdem müssen Interessierte die 130 Aussteller auf dem Messe-Areal im Stauferpark besucht haben, die viele Neuheiten präsentieren. Das Tolle an unserer Veranstaltung ist, dass die Besucher an den verschiedenen Veranstaltungsplätzen die Eisenbahnwelt im Original wie im Modell erleben können.

Mit welchen Neuheiten wartet Märklin bei der Veranstaltung auf?

PESCHEL: Wir zeigen alle Herbstneuheiten, sowie die komplette Modellpalette von 2013 von Märklin, Trix und LGB. Außerdem ist das komplette Produktionsmanagement mit am Stand. Da können die Besucher mit den kompetenten Leuten aus dem Unternehmen über die Produkte diskutieren.

Kommen auch die neuen Märklin-Eigentümer zu den Veranstaltung?

PESCHEL: Ja, sowohl Geschäftsführer Florian Sieber als auch sein Vater Michael werden in Göppingen sein. Ferner auch der Marketing- und Vertriebsleiter, sowie der Finanzchef der Simba-Dickie-Group. Und mehr noch: Der Konzern wird sich in Halle C mit seiner Produktpalette präsentieren. Da gibt es auch eine Bobby-Car-Strecke.

Sie erwarten wieder ein internationales Publikum: Woher kommen die Gäste?

PESCHEL: Wir erwarten Besucher aus ganz Europa, aber auch aus Südamerika, wie zum Beispiel aus Brasilien und aus den USA. Wir wissen, dass 20 deutsche Reisebusunternehmen Gruppenfahrten zu den Märklin-Tagen veranstalten, außerdem sollen sechs Busse aus der Schweiz kommen. Die Hotelzimmer zwischen Ulm und Stuttgart sind von Ausstellern und Besuchern belegt.

Was bedeutet es für ein Unternehmen wie Märklin, eine solche Großveranstaltung, in die ja auch eine Messe integriert ist, vorzubereiten?

PESCHEL: Viel Arbeit natürlich. Wir haben ein gutes halbes Jahr Vorlauf. Das ist erforderlich, weil wir ja auch als Messeveranstalter auftreten und die Aussteller frühzeitig planen müssen. Wir sind, wie ich sage, für alles zuständig. Von A wie Abfallentsorgung bis zu Z wie Zollpapiere.

Wie viele Märklin-Mitarbeiter sind am Wochenende im Einsatz?

PESCHEL: Wir haben bei den Märklin-Tagen 1000 Helfer im Einsatz, darunter 450 Märklin-Mitarbeiter aus Göppingen und 20 aus Ungarn. Die übrigen Kräfte kommen u.a. vom Technischen Hilfswerk oder dem Malteser Hilfsdienst sowie von den Vereinen, die die Bewirtung unserer Besucher übernehmen.

Welche Bedeutung hat die Veranstaltung für die Modellbahn-Branche?

PESCHEL: Für die Branche hat die Veranstaltung eine sehr große Bedeutung. Es gibt sechs große Messen übers Jahr, die Internationale Modellbahn-Messe (IMA), die in Göppingen mit den Märklin-Tagen stattfindet, ist alle zwei Jahre die erste Messe, die die Modellbahn-Saison einläutet. Und sie ist die einzige Veranstaltung, die das Erlebnis Eisenbahn im Original und im Modell vermittelt. Das ist etwas ganz besonderes und nur durch die verschiedenen Schauplätze möglich. Wir erwarten am Freitag und am noch am Samstagvormittag die Modellbahn-Freaks, in der übrigen Zeit werden Familien, die ihr Hobby auffrischen wollen, überwiegen.

Im Ausstellerverzeichnis vermisst man die Namen der direkten Märklin-Konkurrenten.

PESCHEL: Das ist leider richtig. Wir bedauern die Absagen von Rocco-Fleischmann und Hornby sehr. Müssen aber deren Argumente, dass sie andere Prioritäten setzen wollen, akzeptieren. Märklin wäre jedenfalls dabei, wenn diese Unternehmen selbst eine publikumswirksame Veranstaltungen initiieren würden.

Welche Erfahrungen, die Sie bei der Veranstaltung 2011 machen konnten, haben sich im Konzept für 2013 niedergeschlagen.

PESCHEL: Wir wollen den Besuchern noch mehr Orientierung geben. Wir haben erstmals ein Ausstellerverzeichnis herausgegeben, das die Besucher beim Lösen der Eintrittskarten erhalten. Entsprechend wurden die Stände nummeriert. Außerdem werden wir unsere Helfer gezielter einsetzen. Also dort mehr Leute hinstellen, wo erfahrungsgemäß großer Andrang herrscht und da abziehen, wo es in der Vergangenheit Leerläufe gab. Wir haben das Team vom Technischen Hilfswerk verstärkt bei der Parkplatzeinweisung, die Ausschilderung verbessert - wir hängen 450 Schilder auf - und die Zahl der Pendelbusse von 16 auf 20 erhöht. Außerdem haben wir die Messezelte neu angeordnet und den Unterbau dort deutlich verbessert.

Welche Unterstützung haben Sie von Seiten der Stadt erhalten?

PESCHEL: Die Stadt Göppingen hat sich sehr engagiert, vor allem das Team von der Stauferpark GmbH. Das hat uns alle Wünsche von den Augen abgelesen. Auch die Mitarbeiterinnen vom i-Punkt haben sich mächtig ins Zeug gelegt, die Zimmerreservierungen übernommen oder das Begleitprogramm auf die Beine gestellt. Ich würde mich aber auch darüber freuen, wenn die Stadt 2015 sich auch finanziell an unserer Veranstaltung beteiligt und zum Beispiel für die Leistungen des städtischen Bauhofs Geld in den Haushalt einstellen würde.

Mit welcher Besucherzahl rechnen Sie?

PESCHEL: Wir hoffen, dass wir die Zahlen von 2011 wieder erreichen. Damals zählten wir 65 000 Besucher. Das wäre ein großer Erfolg. Messen tun sich schwer, weiter zu wachsen. Die Aussteller sind kaum bereit, größere Standflächen zu mieten und die Besucher zahlen auch nicht jeden Preis beim Eintritt. Wir liegen hier bei den Standmieten sehr moderat, wir wollen damit ja auch kein Geschäft machen. Und das Ticket für zehn Euro, beziehungsweise die Familienkarten für 20 Euro für zwei Erwachsene und drei Kinder bis 14 Jahre enthält ja auch die kostenlose Benutzung des Busshuttles und kostenloses Parken.

Zur Person vom 11. September 2013