INTERVIEW · KERSTIN IBALD: "Man muss der Rolle eine Seele einhauchen"

MAX NAGEL UND TOBIAS REICHERT 28.06.2012
Nach der Führung hatten wir die Möglichkeit, mit Kerstin Ibald, der Darstellerin der Beatrice, ein Interview zu führen.

Warum haben Sie diesen Beruf ergriffen?

KERSTIN IBALD: Ich wollte es schon immer machen, da ich aus einem musikalischen Elternhaus komme.

Seit wann wussten Sie eigentlich, dass Sie Musical-Darstellerin werden wollen?

IBALD: Seitdem ich 16 bis 17 Jahre alt war, wusste ich, dass ich Musical-Darstellerin werden wollte. Aber es gibt keinen konkreten Zeitpunkt.

Welchen Schulabschluss und welche Ausbildung haben Sie gemacht, um das zu erreichen?

IBALD: Ich habe mein Abitur erfolgreich abgeschlossen, aber ein Musicaldarsteller braucht das nicht, um diesen Job auszuüben.

Wie lange sind Sie bereits in diesem Beruf?

IBALD: Seit 2000, also genau zwölf Jahre bin ich dabei.

Welche Rolle haben Sie vor Rebecca gesungen, welche war Ihre liebste?

IBALD: Elisabeth und . . . und . . . und . . .

Was reizt Sie an dieser Rolle und was ist schwierig daran?

IBALD: Ich habe zwar ein festes Drehbuch, aber ich darf die Rolle mitkreieren. Man muss der Rolle eine Seele einhauchen.

Wie groß ist die Umstellung bei neuen Rollen durch Umzug und längere Anfahrten?

IBALD: Das mag kein Musical-Darsteller, man hat ein Leben aus dem Koffer. Trotz alledem sieht man viel von der Welt.

Kann die Familie immer mit zu einem neuen Aufführungsort?

IBALD: Ja klar, aber es ist auch für die Familie eine große Umstellung, vor allem für Kinder, weil sie jedes Jahr an eine neue Schule wechseln müssen.

Darf die Familie kostenlos zu einer Aufführung?

IBALD: Nein, bei der Premiere gibt es aber zwei bis drei Freikarten.

Ist das Leben als Musical-Darsteller anstrengend?

IBALD: Ja, es gibt leichte und harte Phasen.

Haben Sie einen eigenen Manager?

IBALD: Nein, aber eine Agentin, da gibt es einen kleinen Unterschied.

Machen Ihnen die Proben immer Spaß?

IBALD: Nein, ab und zu steht man am Rand und muss ewig warten, bis man dran kommt, und dann muss man sich zusammenreißen, dass man nicht anfängt zu reden.

Wie lange dauert es bei Ausfall, bis der Ersatz kommt?

IBALD: Fünf bis sieben Minuten!

Wer ersetzt Darsteller bei längerer Krankheit?

IBALD: So genannte Swing-Personen, das sind Personen, die mehrere Rollen auf einmal können.

Wie ist die Stimmung bei den Darstellern vor der Aufführung?

IBALD: Wir haben ein kleines Ritual, wir gehen alle zusammen in den Radio-Raum und lassen noch mal unsere Mikrophone checken. Auch bei den Soundchecks ist es immer lustig, wir haben immer ein Motto, das wir vorsingen. Letztes Mal war es zum Beispiel "Lebensmittel in Liedern".

Frau Ibald, wir danken Ihnen ganz herzlich für das Gespräch!

Kerstin Ibald wünschte uns noch viel Vergnügen bei der Aufführung von "Rebecca" und erkundigte sich nach unseren Sitzplätzen im Theater.

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