Göppingen / MARGIT HAAS  Uhr
Seit fast zwei Jahrzehnten laden zahlreiche ganz unterschiedliche Veranstalter zu den Interkulturellen Wochen ein. Am Samstag starten sie wieder.

Theater, Konzerte, Lesungen, gemeinsame Feste - auch in diesem Jahr ist das Programm der Interkulturellen Wochen so vielfältig wie die Menschen der Stadt. "Das Programm ist inhaltsreich und anspruchsvoll", kündigt Dragica Horvat an, Integrationsbeauftragte der Stadt Göppingen. Sie konnte gemeinsam mit dem Arbeitskreis Interkulturelle Wochen zahlreiche und ganz unterschiedliche Veranstalter gewinnen.

Zum lebendigen Programm gehören Dauerbrenner wie das Internationale Frauenfrühstück im Alten E-Werk am 13. Oktober, zu dem fast 20 Organisationen vom Alevitischen Frauenausschuss bis zu den Vietnamesischen Frauen einladen. Regelmäßiger Programmpunkt ist auch der Tag der offenen Moschee in drei Göppinger Moscheen am 3. Oktober oder die Living Library in der Stadtbibliothek am 2. Oktober.

Eröffnet wird der Veranstaltungsreigen unter dem Motto "Leben ist Vielfalt" offiziell am 25. September im Göppinger Rathaus von Oberbürgermeister Guido Till. Besonders stolz sind die Veranstalter, mit Nejdet Niflioglu den Diversity Manager des Daimler-Konzerns für einen Vortrag gewonnen zu haben. "Damit das Motto der Interkulturellen Woche fruchtbar wird, müssen wir aktiv sein und miteinander gegen Ausgrenzung und Rassismus kämpfen", fordert Dragica Horvat. "Denn Rassismus ist auch in Deutschland kein Relikt der Vergangenheit", sagt sie angesichts der NSU-Mordserie und vielleicht auch mit Blick auf den nazistischen Auftrieb am 12. Oktober.

Der Verein "open end" und Amnesty international laden am 28. September zum in Cannes preisgekrönten Film "Persepolis" ein. Der unkonventionelle französische Zeichentrickfilm für Erwachsene erzählt humorvoll und kritisch die Geschichte der iranischen Regisseurin während und nach der Islamischen Revolution im Iran.

Einen Tag vorher steht im Bonhoeffer-Haus Poetry Slam unter der Überschrift "Das fremde Ich" auf dem Programm. Am 1. Oktober lädt das Haus der Familie zum interkulturellen Spieletag mit Spielen aus allen Herren Ländern ein. Am 2. Oktober findet im Landratsamt erstmals eine Einbürgerungsfeier statt. Später zeigt die Initiative Eine Welt den Film "Liebe Grüße aus Nahost". Auf ihrem Weg durch Israel und das besetzte Westjordanland begegnen junge Deutsche auf beiden Seiten Menschen, die die Verständigung mit dem "Feind" suchen.

Eine Woche später liest Ilija Trojanow in der Stadtbibliothek aus seinem eben erst erschienen Buch "Wo Orpheus begraben liegt". Der gebürtige Bulgare hatte auf Reisen in sein Heimatland die Facetten des dortigen Lebens zwischen archaischer Kultur, Postsozialismus und den Spannungen der jüngsten Vergangenheit erlebt. Sechs Vereine haben das Interkulturelle Fest am 4. Oktober in der Stadthalle gemeinsam organisiert.


Die Interkulturellen Wochen finden vom 21. September bis 13. Oktober statt. Das ausführliche Programm findet sich im Internet unter www.goeppingen.de. Weitere Informationen unter Telefon: 07161 / 650-182 bei Dragica Horvat.