Kreis Göppingen Integration leben

Kreis Göppingen / PM 13.01.2014
Wie kommt man in anderen Ländern gut zurecht? Mit dieser Frage beschäftigt sich ein Comenius-Projekt an der Kaufmännischen Schule Göppingen.

In Zeiten hoher Mobilität und fortschreitender Globalisierung müssen immer mehr Menschen ihre Heimat verlassen und sich an neue Sitten und Länder gewöhnen. Das funktioniert nicht immer reibungslos - birgt gleichzeitig aber auch Chancen. Auch im Lebensraum Schule muss man sich mit diesem Thema auseinandersetzen, heißt es in einer Pressemitteilung der Kaufmännischen Schule in Göppingen. Dort startete vor kurzem ein Comenius-Projekt, das sich genau mit diesen Fragen beschäftigt. Zur Auftaktveranstaltung trafen sich in Göppingen für drei Tage Lehrer aus der Türkei, Spanien, Griechenland, Italien und Polen.

Die zwei federführenden Lehrer aus Göppingen, Markus Lang und Thomas Liski, freuen sich besonders, dass bei diesem zwei Jahre dauernden Projekt die Schüler selbst aktiv werden können. "Bis zu unserem nächsten Treffen, das im Februar in Manresa in Spanien stattfinden wird, sollen sich die Schüler damit auseinandersetzen, wie es in der eigenen Region in Sachen Migration aussieht", erklärt Thomas Liski.

Im nächsten Schritt sollen dann die Folgen für die Migranten und für die betroffene Region analysiert werden. "Dies macht dann jede Schule für ihre jeweils eigene Region und wir können bei den folgenden Treffen überlegen, welche Probleme es zu lösen gibt und wie man sie am besten anpackt", sagt Liski. Bei diesen Folgetreffen werden dann auch einzelne Schüler in die anderen Länder reisen. "Ich denke, dass wir jeweils vier oder fünf Schüler mitnehmen werden", meint er.

Die drei Tage, an denen die 14 Lehrer aus den Partnerorten an der Göppinger Schule waren, wurden allerdings nicht nur mit grauer Theorie verbracht, sondern führten direkt ins Herz der europäischen Demokratie - ins Europaparlament in Straßburg. "Unsere Europa-Abgeordnete Heide Rühle von den Grünen nahm sich eine halbe Stunde Zeit, um mit uns ins Gespräch zu kommen." Die Fragen zum Thema Integration und Migration, die ihr beispielsweise in Bezug auf Lampedusa von den italienischen Gästen gestellt wurde, konnte die Abgeordnete in so kurzer Zeit natürlich nicht erschöpfend beantworten, aber "sie hat doch deutlich gemacht, dass sich an der europäischen Flüchtlingspolitik wohl so schnell nichts ändern wird", erinnert sich Liski.

Der türkische Gast, Schulleiter Ahmet Altay aus Izmir, konnte sich übrigens an der Göppinger Kaufmännischen Schule davon überzeugen, wie gelebte Integration aussehen kann. Da die Schule etliche türkischstämmige Schüler hat, wird in der Wirtschaftsschule von den Lehrerinnen Zehra Gezen und Gül Dirgen seit diesem Schuljahr in Zusatzkursen die türkische Sprache unterrichtet, heißt es in der Pressemitteilung weiter.

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