Göppingen Initiativkreis will Odeon auf Kurs bringen

Die Odeon-Macher im Jahr 2011 anlässlich der 25-Jahr-Feier. Sieben Jahre später befindet sich der Verein in der Krise: Der komplette Vorstand sowie die Programmgestalter werden nächstes Jahr abtreten, ein Initiativkreis will Oeon jetzt neu aufstellen.
Die Odeon-Macher im Jahr 2011 anlässlich der 25-Jahr-Feier. Sieben Jahre später befindet sich der Verein in der Krise: Der komplette Vorstand sowie die Programmgestalter werden nächstes Jahr abtreten, ein Initiativkreis will Oeon jetzt neu aufstellen. © Foto: Staufenpress
Göppingen / Marcus Zecha 14.09.2018
30 Odeon-Mitglieder arbeiten im „Initiativkreis Odeon Zukunft“ an Optionen für eine Weiterführung über 2019 hinaus.

„Hinterm Horizont geht’s weiter.“ Das Motto, veröffentlicht in einem Rundbrief engagierter Odeon-Mitglieder, lässt Hoffnung auf ein Happy-End aufkommen. Nachdem der komplette Vorstand samt Programmmachern bekannt gegeben hat, 2019 auszusteigen, ist die Zukunft des Kulturvereins zwar noch immer unklar, doch inzwischen wird statt über eine Auflösung wieder über konkrete Lösungsansätze zur Weiterführung der Vereinsarbeit diskutiert. Dazu gehören neben einer Modernisierung von Verwaltung und Marketing auch Gespräche mit der Stadtverwaltung über die Finanzierung einer befristeten Personalstelle. Außerdem sollen zusätzliche Finanzierungsquellen erschlossen werden.

Zum Keimen gebracht hat diese Hoffnung der Initiativkreis Zukunft Odeon, der den Verein neu aufstellen will „Die Wahl eines neuen Vorstands genügt nicht“ betonen die IK-Sprecher Christine Kling und Rainer Nolte.

Der Initiativkreis hat sich spontan bei der letzten Mitgliederversammlung gebildet und besteht aus Odeon-Mitgliedern. Der IK sei jedoch kein Organ des aktuellen Odeon e.V., betonen Kling und Nolte. Der aktuelle Vorstand bleibt bis Mai 2019 im Amt. Erst dann kann ein neuer Vorstand gewählt werden.

Jetzt sollen erst mal „belastbare Optionen für eine künftig erfolgreiche Vereinsführung als rasch verfügbare Handlungsgrundlage“ entwickelt werden. Nolte spricht von einem „sehr lebendigen Arbeitsprozess“, der auch in den Sommerferien angehalten habe. Mit großem Engagement hätten „etwa 30 Mitglieder daran gearbeitet, einen Kurs für das Schatzschiff Odeon abzustecken, der kommende Klippen umschifft und über den heutigen Horizont hinausweist“, wie Kling und  Nolte in ihrem September-Rundbrief schreiben.

Neben einer Steuerungsgruppe hat der IK fünf regelmäßig tagende Arbeitskreise gebildet: Finanzierung, Struktur und Satzung, Programmprofil, Kontakt und Begegnung/Gastro sowie Vernetzung. Gerüchten, Odeon stehe kurz vor dem endgültigen Aus, widerspricht Nolte. Davon, dass der Initiativkreis „in sich zusammengebrochen sei“, könne überhaupt keine Rede sein, betont er – um erklärend hinzuzufügen: „Die absichtliche Offenheit des IK und des gesamten Prozesses bringt es mit sich, dass gelegentlich Diskussionsdetails als angebliches Ergebnis nach außen getragen werden.“

Neben den AK-Terminen habe auch ein erstes „Vernetzungstreffen“ mit Kooperationspartnern, vor allem Göppinger Kultureinrichtungen, stattgefunden. Diese hätten ihr Interesse am Fortbestand des Odeon und an gemeinsamen Programmformaten kundgetan. Aus dem Gemeinderat komme ebenfalls Unterstützung.

Unter anderem damit soll verloren gegangenes Publikum wieder- und neues Publikum hinzugewinnen werden. „Auch hier gibt es spannende Ideen“, verspicht das IK, ohne konkret zu werden.

Ende September will der IK alles bisher Erarbeitete zu einem Rahmenkonzept verdichten. Das sei vor allem auch nötig, damit eine tragfähige Plattform entsteht, „eine Plattform, auf der alle sicher handeln können, die sich in einem neuen Vorstand engagieren wollen“.

Für den Rückzug von Ege und Co. hat der Initiativkreis Verständnis: „Leider, wenn auch verständlich, verlassen viele Erfahrene und Verdiente das Schatzschiff Odeon, das ohne sie nie geschwommen wäre.“ Doch jetzt hoffe man auf frischen Wind durch weitere engagierte Helfer, die sich um die Programmgestaltung und andere anfallende Aufgaben kümmern sollen.

Kontakt rainer.r.t.nolte@t-online.de

2017 kam die Trendwende

Odeon Der „Initiativkreis Odeon Zukunft“ hat sich spontan bei der jüngsten Mitgliederversammlung gebildet. Zuvor hatte  Klaus Ege einen Brief an die rund 400 Vereinsmitglieder geschrieben, in dem er die Zukunft des Vereins in Frage stellte. „Wir werden auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung im November entscheiden, ob wir den Verein Odeon Kultur & Kontakt e. V. auflösen müssen, oder ob er in neuer personeller Besetzung und eventuell mit neuer Konzeption weitergeführt werden kann“, hieß es darin. 30 Jahre lang sei die Arbeit des 1986 gegründeten Vereins eine Erfolgsgeschichte gewesen, schreibt Ege. Populäre Stars hätten Nachwuchskünstler mitfinanziert. 2017 sei die Trendwende gekommen: „Wir hatten rund 1800 Besucher weniger als im Vorjahr.“ Die alten Haudegen der Kabarettszene hätten ihre Karrieren beendet oder bevorzugten größere Hallen. Damit breche die wichtigste Einnahmequelle weg, so Ege.

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