Klinik Informationen über Neubau gleich nach der Schwiegermutter

Klinik am Eichert im Dunkeln: Auch die Neubau-Pläne sollen vorerst im Dunkeln bleiben, meint Kreisrat Oliver Bernas. Die gingen "gar niemanden etwas an".
Klinik am Eichert im Dunkeln: Auch die Neubau-Pläne sollen vorerst im Dunkeln bleiben, meint Kreisrat Oliver Bernas. Die gingen "gar niemanden etwas an". © Foto: Giacinto Carlucci
Kreis Göppingen / DIRK HÜLSER 15.04.2015
Nur auf den allerersten Blick scheint es so, als seien alle Kreisräte beim Thema Neubau der Klinik am Eichert gleicher Meinung, auch wenn der Grundsatzbeschluss dazu einstimmig fiel.

In Detailfragen scheiden sich die Geister durchaus, und auch wenn keine Sitzungen anstehen, tun manche der Volksvertreter ihre Meinung kund. Beim Vertreter der Linken, Christian Stähle, ist das ja nichts Neues. Unter der Überschrift "Wer jede Information verweigert, vermittelt schnell den Eindruck, er habe etwas zu verbergen . . ." versorgte er jüngst seine interessierte Leserschaft mit wegweisenden Gedanken zur vermeintlich oder auch tatsächlich vorhandenen Intransparenz beim Neubau.

Das wiederum rief seinen Nebensitzer im Kreistag, den in Eislingen niedergelassenen Facharzt Dr. Oliver Bernas von den Freien Wählern auf den Plan. Auch seine Mail hatte einige Adressaten, unter anderem die Geschäftsstelle des Kreistag, aber auch den Landrat und die Klinik-Chefs. Stähle hatte kritisiert, dass eine von der Klinik aufgebaute Pflegesimulation in einer leeren Fabrikhalle unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfand. Diese Kritik wiederum konnte Bernas nicht nachvollziehen: "Es ist nicht geplant, dass Journalisten oder die Allgemeinheit durch diese Simulation latscht." Bernas will aber nicht nur die latschende Öffentlichkeit und Presse - die im Übrigen schon berichtet hat - verhindern, am besten soll gar niemand irgend etwas erfahren: "Es geht doch momentan gar niemanden etwas an, wie die zukünftige Klinik aussieht", findet er.

Immerhin verspricht er Stähle aber: "Sobald die Pläne spruchreif sind, werden alle in Kenntnis gesetzt, die es wissen müssen: die Bevölkerung, die Presse, meine Schwiegermutter und auch Sie." Der Linke ist darüber erleichtert und teilt dies Bernas und der Öffentlichkeit wiederum in seiner Antwortmail mit: "Es ehrt mich, dass ich gleich nach Ihrer Schwiegermutter komme . . . oder ist es kein Kompliment?"

Wer sich jetzt über diesen Schriftverkehr wundert und den Kopf schüttelt, der nimmt sich am besten die Aufforderung des Kreisrats Bernas zu Herzen. Er schreibt in seinem Schlusssatz an Stähle: "Ich danke für Ihre Aufmerksamkeit, jetzt dürfen Sie dies löschen." Klar, gerne doch. Geht ja auch niemanden etwas an.

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