Göppingen / Kristina Betz Sechs Patienten der Göppinger Wilhelmshilfe sind mutmaßlich durch eine 47-jährige Altenpflegerin sexuell misshandelt worden. Sie soll Videos der Taten angefertigt und weitergegeben haben.

Nach den Missbrauchsvorwürfen gegen eine 47-jährige Altenpflegerin der Wilhelmshilfe, hat die Pflegeeinrichtung am Mittwoch die Öffentlichkeit informiert. In einer anberaumten Pressekonferenz gaben die Vorständin der Wilhelmshilfe, Dagmar Hennings, sowie Matthias Bär, Vorsitzender des Vorstands, Stellungnahmen zu den Misshandlungsfällen ab.

Mehrere Bewohner der Wilhelmshilfe in Bartenbach sind sexuell misshandelt worden. Die mutmaßliche Täterin, eine Altenpflegerin, sitzt in U-Haft.

Mittlerweile sechs Opfer bekannt

Wie Matthias Bär informierte, sind es nicht mehr nur drei Misshandlungsfälle. Nun ist die Rede von davon, dass sechs Patienten der Wilhelmshilfe in Bartenbach von der Altenpflegerin sexuell misshandelt wurden. Bei den Opfern habe es sich um schwerst demenzkranke Patienten, zwei Männer und vier Frauen im Alter von 75 bis 91 Jahren gehandelt. Die Staatsanwaltschaft ermittelt weiterhin in drei Fällen, teilt diese auf Anfrage unserer Zeitung mit.

Taten während der Körperpflege passiert

Zu den Details der Misshandlungen wollten die Verantwortlichen der Wilhelmshilfe am Mittwoch keine Angaben machen. Wie die Staatsanwaltschaft Ulm berichtet, ermittle man aber unter anderem wegen dem Vorwurf der Vergewaltigung.

Gegen eine Altenpflegerin der Wilhelmshilfe wird inzwischen wegen sechs Fällen von sexuellem Missbrauch ermittelt. Die Polizei hatte die Frau am Arbeitsplatz in Bartenbach festgenommen.

Die Mitarbeiterin sei ausschließlich im Tagdienst eingesetzt, heißt es bei der Pressekonferenz. Die Taten hätten während der Körperpflege stattgefunden. Alle Opfer leben in einem besonderen geschützten Bereich der Pflegeeinrichtung. Dieser ist nur über einen Code zugänglich. In Bartenbach leben in diesem Bereich insgesamt 16 Personen. 21 Mitarbeiter sind dort angestellt.

Die Entscheidung, erst am Mittwoch an die Öffentlichkeit zu treten, sei eine „bewusste Entscheidung“ gewesen, so Dagmar Hennings. Es habe Zeit gebraucht, die Angehörigen und die Mitarbeiter zu informieren. Bekannt geworden waren die Vorwürfe am vergangenen Freitag. Die Mitarbeiterin sei vergangenen Donnerstag bei der Arbeit festgenommen und noch am gleichen Tag dem Haftrichter vorgeführt worden. Sie sitzt nun in U-Haft. Die Mitarbeiterin ist ausgebildete Altenpflegerin und seit 2001 bei der Wilhelmshilfe angestellt.

Video Missbrauchsskandal im Pflegeheim

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