Orchestermusik In Eislingen ist die Aida kein Schiff

Ein schwungvolles Potpourri von Rossini über Josef Strauß bis zu Cole Porter meisterte das Philharmonische Orchester der Stadt Ulm in Eislingen.  Foto: Staufenpress
Ein schwungvolles Potpourri von Rossini über Josef Strauß bis zu Cole Porter meisterte das Philharmonische Orchester der Stadt Ulm in Eislingen. Foto: Staufenpress © Foto: Foto: Staufenpress
Eislingen / Angela Sakschewski 10.01.2017

Beim traditionellen Neujahrskonzert in der Stadthalle Eislingen konzertierte das Philharmonische Orchester der Stadt Ulm zweieinhalb Stunden vor knapp 600 Besuchern, welche die Vorstellung sichtlich genossen. Dass Dirigent Timo Handschuh in seinen Neujahrskonzerten gerne durch die Genres wandert, ist auch in Eislingen längst bekannt – dieses Mal ging der Spaziergang von Rossini über die Brüder Johann und Josef Strauß bis hin zu Cole Porters Musical „Kiss me Kate“.

Auftakt mit dem Barbier

Das Programm startete das Orchester mit der Ouvertüre von Rossinis „Barbier von Sevilla“. „Zu Beginn spielen wir immer etwas Bekanntes“, so Matthias Kaiser, der mit seinen durchaus lehrreichen Anmoderationen einen „Bildungsauftrag erfüllen wolle“. Nicht dass es in Eislingen so weit komme wie in Ulm, wo er vor kurzem einem Gespräch auf der Straße gelauscht und erfahren habe, dass manche Leute nicht glauben könnten, dass man im „Theater Ulm“ die Oper Aida aufführen werde: „Stellen Sie sich vor, die halten das für ein Schiff“, meinte er schmunzelnd.

Mit Franz Lehárs „Korallenlippen“, Emmerich Kálmáns „Csardasfürstin“ und Leoš Janáceks „Lachischen Tänzen“ präsentierte Dirigent Timo Handschuh danach wieder nicht ganz so bekannte Stücke, bevor von Johannes Brahms drei „Ungarische Tänze“ erklangen.

Ein wirkliches Highlight an diesem Abend waren die verschiedenen Auftritte der Sopranistin Maria Rosendorfsky zusammen mit dem Ulmer Orchester. Stimmgewaltig und enthusiastisch sang sie unter anderem bei Puccinis Oper „La Rondine“ und Gershwins Musical „Girl Crazy“ und begeisterte damit das Publikum. So ließen die Zuhörer das Orchester auch nach zweieinhalb Stunden Spielzeit erst nach zwei Zugaben nach Hause gehen.

Das endgültige Konzertende läutete dann der von Johann Strauss (Vater) komponierte Radetzky-Marsch ein, den die Besucher in der Stadthalle mit Standing Ovations goutierten.

Karten schon am zweiten Tag ausverkauft

Bis 2050? Schon seit zwölf Jahren spielt das Orchester mit Conférencier Matthias Kaiser sein Neujahreskonzert außerhalb Ulms nur in einem Ort – nämlich in Eislingen. Über die Beliebtheit dieses Konzertes gibt es in Eislingen keine Diskussion: „Die Karten waren schon am zweiten Tag ausverkauft“, so Kulturamtsmitarbeiterin Corinna Jehle. Das launige Angebot von Oberbürgermeister Klaus Heininger, das Neujahrskonzert als Dauerarrangement bis 2050 beizubehalten, konnte Kaiser noch nicht bejahen, aber der Termin für 2018 stehe schon: „Wir sehen uns nächstes Jahr hier am 13. Januar wieder“, versprach er.

Seniorengerecht Heininger nutzte seine kurze Begrüßung dazu, den Eislinger Bürgern fürs neue Jahr „Gesundheit und ein friedliches Miteinander“ zu wünschen; man könne in der Stadthalle auch – mit Blick auf die Altersstruktur im Publikum – die Gänge breiter machen, damit man „auch mit Rollatoren“ durchkomme.

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